Spielend für Toleranz

Nein zu Intoleranz – egal in welcher Form. Die Spieledorf-Redaktion freut sich, die Initiative „Spielend für Toleranz“ zu unterstützen. An dieser Stelle erfahrt Ihr, warum uns das ein großes Anliegen ist.

Spielend fuer Toleranz LogoIn meiner Ausbildung zur Journalistin habe ich gelernt, politisch neutral zu bleiben. Und das bezieht sich nicht nur auf die Zugehörigkeit zu einer Partei, sondern ganz generell auf die Berichterstattung. Dieser Grundsatz war mir immer sehr wichtig und ich habe mich daran gehalten.

Noch viel wichtiger sind mir jedoch die Werte, die mir meine Eltern mit auf meinen Lebensweg gegeben haben: Toleranz, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Rücksichtnahme, Respekt. Deshalb breche ich heute erstmals mit meinem beruflichen Grundsatz der politischen Neutralität. Denn auch mich erschreckt, wie sich unser Land entwickelt. Meine Eltern – obschon damals noch sehr jung – haben beide erlebt, welche Konsequenzen es hat, wenn die Stimmung in einem Land kippt. Und wenn die Mehrheit aus Angst schweigt.

Als ich gestern von der Aktion erfahren habe, war sofort klar, dass auch Spieledorf.net mitmacht und ein Zeichen setzt. Sofort kamen mir Gedanken an wundervolle Tage auf der Spiel in Essen. An meine Spielerunden mit zwei Lehrerinnen aus Thailand, einer Familie aus Kalifornien oder den beiden Studentinnen aus Tschechien. Um nur einige Beispiele zu nennen. Dass ich überhaupt weiß, woher sie alle kamen, liegt am Smalltalk, der gerade bei Zufallstreffen auf der Messe mit dazu gehört. Für unser Vorhaben indes war die Herkunft irrelevant. Der Glaube genauso. Denn wir wollten alle einfach nur spielen und Spaß haben. Miteinander. Gemeinsam. Das macht Spielen für mich aus. Es verbindet. Alle sind gleich, keiner ist gleicher. Selbst Sprachbarrieren sind egal. Man versteht sich immer irgendwie. Weil die Bereitschaft da ist.

Die Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen, sie kennenzulernen, von ihnen zu lernen nimmt in unserer Gesellschaft mehr und mehr ab. Stattdessen keimen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wieder auf. Es beginnt immer leise, mit ein paar Wenigen. Doch über den leisen Beginn sind wir längst hinaus. Jetzt gilt es, lauter zu sein als die Hassparolen. Denn was passiert, wenn die Mehrheit schweigt, zeigt die Geschichte. Das ist keine 100 Jahre her. Es gibt noch Menschen, die sich daran erinnern, es erlebt haben. Umso erschreckender, dass es kaum zwei Generationen gebraucht hat, um wieder an einen Wendepunkt der Geschichte zu kommen.

Jeder kann schon im Kleinen etwas dagegen tun. Zum Beispiel kommende Woche bei den Internationalen (!) Spieltagen in Essen: Spielen und Spaß haben. Miteinander. Gemeinsam. In Kontakt bleiben, Freundschaften knüpfen über Grenzen hinweg. Das löst mit Sicherheit nicht alle Probleme – denn diese sind facettenreich. Aber es ist ein erster Schritt. Damit beginnt jeder Weg. Man muss nur bereit sein, ihn zu gehen.

Die Initiatoren dieser Aktion sind Udo Bartsch (rezensionen-fuer-millionen.de), Martin Klein (spielerleben.de) und Harald Schrapers (brett-spiel.de), alle drei Mitglieder in der Jury für das Spiel des Jahres. Danke für diese Idee und Aktion – wir unterstützen sie mit Freude.

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