Spiel.digital Tag 4: Einfach treiben lassen

Kann man sich auf einer digitalen Messe so treiben lassen wie in den Hallen vor Ort? Ganz so einfach ist es nicht. Aber so ähnlich: Man schaut mal hier, mal da – auf jeden Fall abseits dessen, was üblicherweise auf der To-Do-Liste steht.

Screenshot Octopus ittenUnser erster Weg führte uns zu itten Games., einem ein Spieleverlag aus Japan, die aktuell das Spiel „Crash Octopus“ bei Kickstarter haben. Die Optik macht uns neugierig und wir haben uns zu Spiel, beziehungsweise Projektvideo und Anleitung genauer angesehen. Es geht darum, sein Schiff möglichst schnell mit allen Formen der vorhandenen Schätze zu beladen. Das Spielfeld wird dabei von einer Schnur eingegrenzt. Die Schätze müssen mit einer kleinen Papierflagge in Richtung des eigenen Schiffes geschnippt werden. Trifft man das Schiff, darf man den Schatz aufladen. Wahlweise darf man auch den eigenen Anker wegschnippen und auf diese Weise zu einer anderen Stelle navigieren. Wer als erstes alle Form der Schätze hat, gewinnt. Da das relativ lange dauern kann (denn Mitspieler haben die Möglichkeit, die beladen Schiffe immer wieder abzuräumen), ist noch ein Timer in Form einer Perlenschnur eingebaut. Diese bestimmt auch, wann der Oktopus angreift – bei diesen Angriffen verliert man mitunter auch wieder Ladung. Wird das Ende der Perlenschnur erreicht, bevor ein Mitspieler alle Schätze eingesammelt hat, endet das Spiel ebenfalls. Dann gewinnt derjenige mit den meisten Schätzen. Der Beschreibung nach dürfte das Spiel relativ abwechslungsreich sein und aufgrund des immer wieder anderen Aufbaus auch einen hohen Wiederspielreiz haben. Ein bisschen abgeschreckt haben uns in der Anleitung diverse zusätzliche Sonderregeln im „wenn, dann“-Stil für das Schätze sammeln  und das Navigieren. Insgesamt ein bisschen zu viel, was es zu beachten gibt.

Umweltschutz als schönes Brettspiel

Screenshpt Renature DPG TabletopiaAm virtuellen Stand von Deep Print Games fiel uns Renature ins Auge. Allein die Illustration des Kartons machte uns neugierig. Und das war Glück. Denn nach genauerem Hinsehen (zuschauen auf Tabletopia) überzeugte uns nicht nur die Optik, sondern auch das Spielprinzip. Es geht darum, ein umweltverschmutztes Tal wieder zu renaturieren. Dafür gibt es Dominosteine mit Tiermotiven und Pflanzensteine aus Holz. Wichtig ist es, die Pflanzen zur rechten Zeit und an der richtigen Stelle zu setzen – solche Entscheidungen können spielentscheidend sein. Das Spielmaterial wirkt sehr wertig und ist grafisch schön gestaltet. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ab 8 Jahren geeignet.

Screenshot Potato JollydutchEin witziges Kartenspiel habe beim niederländischen Verlag Jolly Dutch entdeckt: „Hot Potato“. Das Spiel läuft momentan auf Kickstarter. Jeder Spieler hat sechs Karten mit verschiedenen Kartoffeln (zum Beispiel Couch Potato, Rambotato, Robotato oder Sweet Potato) und muss damit bestimmte Bedrohungen abwehren – das können Messer, Fritteuse oder hungrige Menschen sein. Jede Kartoffel hat eine bestimmte Eigenart, die gegen manchen Angreifer besser hilft als gegen andere. Für einen Sieg gegen einen Angreifer gibt es Punkte, wer zuerst zehn Punkte hat, gewinnt. Der Spielpunkte bei uns durch Geschwindigkeit und kurze, verständliche Regeln, aber auch durch die humorvollen Illustrationen und Namen.

Screenshot Sockmonsters LifestyleDas Problem, dass manchmal nur noch eine Socke aus der Waschmaschine kommt, kennt wohl jeder. Aber es scheint nicht die Waschmaschine zu sein, die die Socken „frisst“, sondern kleine Sockenmonster. „Lifestyle Boardgames“ hat aus dieser Thematik ein witziges Kinderspiel gemacht: „Sock Monsters“. Kinder ab sechs Jahren müssen auf dem Spielbrett nach Socken suchen und dabei darauf achtgeben, dass die Monster keine einzelnen Socken stibitzen. Dafür sind in den Fächern der Spielbox nützliche Dinge versteckt, die man nutzen kann, um die Monster zu vertreiben oder Belohnung zu erhalten. Mit Belohnungen kann man neue Räume öffnen, die wiederum neue Mechanismen bieten. Das Spiel ist nicht nur optisch sehr kindgerecht gemacht, sondern bietet vor allem Abwechslung bei den Spielmechanismen, sodass es einen hohen Wiederspielreiz bietet.

Gehobene Familienspiele

Screenshot Entstehung Arten SpielefaibleEbenfalls ein Zufallsfund war für uns das Spiel „Über die Entstehung der Arten – Charles Darwin“ vom spanischen Autoren-Team Gerard Ascensi und Ferran Renalias, erschienen bei Spielefaible. Einsortieren kann man es in die Kategorie gehobene Familienspiele, bei dem schon Kinder ab neun Jahren mitspielen können, so sie denn Gesellschaftsspiele bereits gewöhnt sind. Als Einsteigerspiel ist es für Kinder nicht geeignet. Es geht darum, gemeinsam mit Charles Darwin die Galapagos-Inseln zu erforschen – und das so erfolgreich wie möglich. Der Erfolg wird in Notizbüchern gemessen. Die Spielpunkte werden am Rand mit kleinen Galapagos-Schildkröten markiert. Das ist nur ein Beispiel für die sehr detailverliebte Ausführung des Spiels. Die Regeln sind für ein Familienspiel zwar etwas komplexer, aber dennoch gut verständlich.

Flourish Starling  GamesWirklich ein Glück, dass wir nebenbei immer auch den Live-Stream der Spiel.digital auf einem Ohr haben. So wurden wir hellhörig, als von einem schön illustrierten Spiel mit dem Thema Garten die Rede war. Es handelt sich dabei um „Flourish“ von Starling Games. Das Spiel wurde von Dann May nicht nur wunderschön illustriert, sondern bietet auch gleich zwei Spielmechanismen. Man kann es nämlich miteinander als auch gegeneinander spielen. Im Spielverlauf erschafft man einen wunderschönen Garten mit Blumen, Bäumen, verträumten Wegen und  besonderen Blickfängen. Das Spiel ist ab acht Jahren geeignet, Kinder sollten das Spielen jedoch gewohnt sein.

Unser Fazit zur Messe könnt Ihr bei Mr. Meeple lesen.

Screenshots: © itten Games, Deep Print Games/Tabletopia, Jolly Dutch, Lifestyle Boardgames, Spielefaible, Starling Games

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