Sieben Spiele umfasst die zweite Jahreshälfte bei Game Factory – und die ersten davon haben ihren Weg auf die Spieltische bereits gefunden. CHECK!, Metro Bingo und QORK feierten ihre Premiere rund um die Berlin Brettspiel Con im Juli. Zur SPIEL in Essen folgen vier weitere Titel. Dabei reicht das Programm vom schnellen Reaktionsspiel über kooperative Abenteuer bis zum explosiven Labor von Professor Boom.
CHECK!
Rommé ist bei CHECK! durchaus noch zu erkennen. Das Kartenspiel von Antoine Lefebvre ergänzt das bekannte Sammeln und Ablegen von Karten allerdings um Aufträge und Mehrheiten.
In der Tischmitte liegen Zahlenkarten aus, von denen im eigenen Zug bis zu drei genommen werden dürfen. Diese müssen entweder dieselbe Farbe oder dieselbe Zahl zeigen. Gebraucht werden sie für die ebenfalls offen ausliegenden Aufträge: Gefordert sind beispielsweise Paare, Drillinge, Vierlinge oder Straßen. Wer die passenden Karten gesammelt hat, erfüllt den Auftrag und sichert sich damit Punkte. Zusätzliche Punkte können über die auf den Auftragskarten angegebenen Bonusfarben gesammelt werden.
Ganz allein sollte man sich mit den eigenen Karten allerdings nicht beschäftigen. Am Ende werden außerdem Mehrheiten gewertet – und damit kann durchaus entscheidend sein, was die Mitspieler sammeln.
CHECK! ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren gedacht und dauert etwa 25 Minuten.
Metro Bingo
Der Name verrät bereits einen Teil des Spielprinzips: Bei Metro Bingo werden Zahlen aus einem Beutel gezogen. Einfach irgendwo auf dem eigenen Blatt ankreuzen lassen sie sich allerdings nicht.
Die Spieler tragen die gezogenen Zahlen auf einer Metrostrecke ein und versuchen dabei, möglichst lange aufsteigende Zahlenfolgen zu bilden. Wo eine Zahl eingetragen wird, will deshalb gut überlegt sein. Eine niedrige Zahl an der falschen Stelle kann später ebenso zum Problem werden wie eine Lücke, für die einfach keine passende Zahl mehr aus dem Beutel kommen will.
Vier unterschiedliche Metronetze stehen zur Verfügung: Tokio, Seoul, London und Paris bringen jeweils eigene Voraussetzungen mit. Für Messebesucher gibt es außerdem zwei zusätzliche Pläne: Berlin und – passend zur SPIEL – Essen.
Metro Bingo stammt von Yoshihisa Itsubaki und ist für ein bis zwölf Spieler ab acht Jahren ausgelegt. Eine Partie dauert ungefähr zehn Minuten.
QORK
Ein paar Korken, zwei Würfel und ein Becher – mehr braucht QORK nicht für ziemlich hektische 15 Minuten.
Bis zu sieben Spieler halten jeweils einen Korken an einer Schnur fest, während der Korken-Kraller würfelt. Zeigen die beiden Würfel zusammen eine Sieben oder einen Pasch, müssen die Korken möglichst schnell aus der Tischmitte gezogen werden. Gleichzeitig versucht der Korken-Kraller, mit seinem Becher zuzuschlagen und einen der Korken zu erwischen. Wer bei Korken an Schnüren und einem Fangbecher spontan an den Klassiker Spitz pass auf! denkt, liegt mit dieser Assoziation übrigens gar nicht so weit daneben.
Natürlich darf bei QORK auch getäuscht werden. Wer allerdings auf das falsche Würfelergebnis hereinfällt und seinen Korken vorschnell wegzieht, muss mit Strafpunkten rechnen.
Das Reaktionsspiel von Birger Norup ist für drei bis acht Spieler ab acht Jahren gedacht. QORK wurde bei den UK Games Expo Awards 2026 als „Best Party Game“ ausgezeichnet und ist bei Game Factory seit Juli erhältlich.
Claim – Allianzen
Normalerweise wird bei Claim darum gestritten, wer nach dem Tod des Königs dessen Nachfolge antreten darf. Mit Claim – Allianzen ändert sich das grundlegend: Diesmal arbeiten die Spieler zusammen.
Die Erweiterung von Scott Almes macht aus dem Stichspiel ein kooperatives Spiel gegen das System. Der grundsätzliche Ablauf mit seinen zwei Phasen bleibt dabei erhalten. Zunächst werden Karten erspielt, anschließend geht es um die Mehrheiten innerhalb der verschiedenen Fraktionen.
Doch diesmal müssen die Karten gemeinsam so eingesetzt werden, dass die neue Bedrohung für das Königreich abgewehrt werden kann. Welche Karten können geopfert werden? Welche Fraktion muss gestärkt werden? Und welches Risiko lässt sich noch eingehen? Am Ende gewinnen oder verlieren beide Spieler gemeinsam.
Claim – Allianzen ist für zwei Spieler ab zehn Jahren gedacht.
Die vier Pforten
Dunkelheit breitet sich über das Land aus. In Die vier Pforten bleibt den Spielern nur eine Möglichkeit, sie aufzuhalten: Vier verschollene Relikte müssen gefunden und anschließend zum Leuchtfeuer gebracht werden.
Das kooperative Spiel von Matt Leacock, Matthew Riddle und Ben Pinchback stellt die Gruppe dabei zunehmend unter Druck. Pro Zug stehen bis zu drei Aktionen zur Verfügung. Karten können gezogen und getauscht, Figuren zwischen benachbarten Türen bewegt oder Schatten entfernt werden. Um eines der Relikte hinter einer Tür zu bergen, werden vier Karten in der entsprechenden Farbe benötigt.
Währenddessen breiten sich immer weitere Schatten aus. Sammeln sich zu viele davon vor einer Tür, beginnt diese sich zu schließen und kann schließlich ganz verloren gehen. Zusätzlich steigt mit jedem neuen Durchlauf durch den Nachziehstapel die Schattenstufe.
Gewonnen ist die Partie erst, wenn alle vier Relikte gefunden wurden und die gesamte Gruppe das Leuchtfeuer erreicht hat. Die vier Pforten ist für ein bis fünf Spieler ab zehn Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten.
Nix Da!
Ein Begriff soll erklärt werden. Eigentlich keine große Sache – wäre da nicht dieser eine Buchstabe, der einfach nicht benutzt werden darf.
Bei Nix Da! treten zwei Teams gegeneinander an. Eine Karte gibt vor, welcher Begriff erklärt werden muss und welcher Buchstabe währenddessen tabu ist. Nun bleiben 60 Sekunden, um möglichst viele Begriffe so zu umschreiben, dass das eigene Team sie erraten kann.
Das gegnerische Team hört allerdings genau hin. Fällt beim Erklären ein Wort, das den verbotenen Buchstaben enthält, wandert der Punkt auf die andere Seite. Aus einer zunächst einfachen Umschreibung kann damit ziemlich schnell eine sprachliche Verrenkung werden.
Das Wortspiel von Ralf zur Linde ist für drei bis acht Spieler ab acht Jahren gedacht und dauert ungefähr 15 Minuten.
Professor Boom
Professor Bertram K. Boom trägt seinen Namen offenbar nicht ohne Grund. In seinem Labor werden gefährliche Experimente durchgeführt – und irgendwann geht zwangsläufig etwas schief.
Bei Professor Boom von Reiner Knizia bauen die Spieler jeweils ihr eigenes Labor auf. Reihum werden Experimentplättchen aus einer gemeinsamen Auslage genommen und nach bestimmten Regeln im eigenen Labor platziert. Die unterschiedlichen Experimente stellen dabei jeweils eigene Anforderungen an ihre Position.
Je voller das Labor wird, desto schwieriger wird es, noch einen geeigneten Platz für das nächste Experiment zu finden. Vier Spezialfähigkeiten können jeweils einmal während einer Partie eingesetzt werden und vielleicht noch aus einer brenzligen Situation helfen.
Kann ein Spieler schließlich kein Plättchen mehr regelkonform unterbringen, fliegt ihm das Labor um die Ohren und die Partie endet. Gewonnen hat allerdings nicht zwangsläufig derjenige, dessen Labor am längsten heil geblieben ist: Entscheidend sind die bis dahin gesammelten Punkte.
Professor Boom ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren gedacht und dauert etwa 20 bis 40 Minuten.
Vom U-Bahn-Netz bis ins explodierende Labor
Game Factory deckt mit seinen Neuheiten der zweiten Jahreshälfte 2026 eine ziemlich große Bandbreite ab. CHECK! und Metro Bingo sind schnell zugängliche Spiele mit bekannten Grundideen, die um eigene Kniffe ergänzt werden. QORK und Nix Da! setzen dagegen auf schnelle Reaktionen – einmal körperlich, einmal sprachlich.
Mit Claim – Allianzen und Die vier Pforten stehen gleich zwei kooperative Spiele im Programm. Und dann wäre da noch Professor Boom: Reiner Knizia lässt diesmal keine Königreiche entstehen oder Händler um Punkte kämpfen, sondern Labore mit jedem gelegten Plättchen ein bisschen näher an die Katastrophe rücken.
Fotos: © Game Factory






