„Teufelskreis“ bringt das klassische Memo-Prinzip in dämonisches Terrain. Mit einem Augenzwinkern und einem lockeren Regelwerk lockt das Spiel sowohl Gelegenheits- als auch Familienspieler an den Tisch – ob die Hölle wirklich heiß wird, oder der Spaß nur auf Sparflamme köchelt, klärt diese ausführliche Rezension.
Das Wichtigste in Kürze
Name: Teufelskreis
Verlag: Steffen Spiele
Jahr: 2019
Autor: Jacques Zeimet
Illustration: Steffen Mühlhäuser, Bernhard Kümmelmann
Altersangabe: ab 7 Jahren
Dauer: 20 bis 30 Minuten
Spieleranzahl: 2 bis 6
Auszeichnungen: ---
Verlagshomepage: steffen-spiele.de
Preisempfehlung des Herstellers: 9,90 Euro
Erweiterungen: ---
Kartoninhalt – was bringt Teufelskreis mit?
- 10 beidseitig bedruckte Bildscheiben
- 16 Suchkärtchen
- 48 Holzmünzen
- 1 Leinensäckchen
- Spielanleitung (deutsch, englisch)
Spielplan/Spielmaterial
Das Material von „Teufelskreis“ ist robust, hochwertig und minimalistisch gehalten. Die Bildscheiben bestehen aus stabiler Pappe und sind bedruckt. Farblich bleibt das Spiel in zurückhaltenden aber thematisch passenden Höllen-Tönen (viel Rot und Schwarz, einzelne Motive in grau, gelb und grün). Die roten Holzmünzen sind dick und gut greifbar, nichts wirkt billig oder unstimmig. Die Verpackung hat keine Einteilung, bei der Reisegröße die das Spiel hat, ist das aber auch nicht nötig.
Die Anleitung ist kurz, übersichtlich gegliedert und macht mit wenigen Worten das Spielprinzip sofort klar. Grafische Beispiele runden die Regeln ab – so wird der Einstieg sprichwörtlich zum Kinderspiel.
Teufelskreis: Spielvorbereitung
Die Vorbereitung nimmt kaum Zeit in Anspruch. Die zehn Bildscheiben werden gemischt und ringförmig in die Tischmitte gelegt – auf die Anordnung der Symbole kommt es dabei nicht an. Anschließend erhält jeder Spieler, je nach Teilnehmerzahl, eine bestimmte Zahl an Holzmünzen. Bei zwei bis vier Spielern jeweils zehn, bei fünf Personen neun, bei sechs Spielern acht Münzen pro Person. Die Suchkärtchen werden gemischt und als verdeckter Stapel bereitgelegt. Schon kann es losgehen.
Spielablauf – so wird Teufelskreis gespielt
„Teufelskreis“ greift die klassische Memory-Mechanik auf, erweitert sie jedoch um einige Kniffe:
Zu Beginn wird das oberste Suchkärtchen umgedreht. Es zeigt eines der Höllen-Motive – etwa einen roten oder grünen Teufel, ein Flammensymbol oder den Dreizack. Die Aufgabe aller Spieler: Nacheinander in ihrem Zug eine Bildscheibe umdrehen und so möglichst alle vier passenden Motive im Kreis aufdecken.
Findet ein Spieler das gesuchte Motiv, darf er entscheiden: aufhören oder weitersuchen? Wer auf Risiko setzt und fortfährt, kann alle vier Motive aufdecken und sich das Suchkärtchen sichern. Ein Fehlgriff beendet den Zug allerdings sofort.
Ab dem zweiten gesuchten Motiv verschärft sich die Lage: Wer falsch liegt, verliert eine Münze an den „Höllentopf“ in der Mitte. Wer hingegen ein gesuchtes Symbol findet, darf sich eine Münze aus dem Topf nehmen – sofern dort eine liegt. Falls nicht, darf man sich am Vorrat eines Mitspielers bedienen. Wer das vierte gesuchte Motiv findet, bekommt das Suchkärtchen UND alle Münzen aus dem Topf.
Sonderkärtchen mit fünf Motiven sorgen für einen Twist: Von jedem Symbol müssen jeweils zwei gefunden werden, Münzen kommen hier nicht ins Spiel, aber die Kärtchen sind mehr Punkte wert. Da mus man höllisch aufpassen. Selten gibt es den Fall, dass das Suchkärtchen zu einem bereits gelösten Motiv gehört – dann werden zwei der betreffenden Scheiben getauscht und das nächste Kärtchen aufgedeckt.
Das Spiel endet, wenn alle Suchkärtchen vergeben sind. Es gewinnt, wer die wertvollste Gewinnkombination aus Kärtchen und Münzen anhäuft.
Bewertung: Wie finden wir Teufelskreis?
„Teufelskreis“ positioniert sich als Memo-Spiel für die ganze Familie und bleibt dieser Ausrichtung treu. Wer Memory® kennt (wer eigentlich nicht?), begreift das Prinzip sofort. Das Spielgefühl ist kurzweilig, aber mit Luft nach oben: Die wichtigste Änderung – vier Motive statt Paare zu finden – sorgt zunächst für einen Aha-Effekt, gerade weil es mit dem klassischen Memo bricht. Die Einführung der Münzen bringt etwas mehr Taktik ins Spiel, weil vorsichtige Spieler sich zurückhalten könnten, um Münzen zu sparen, während Risikofreudige alles auf eine Karte setzen, um die große Belohnung abzugreifen.
Aber: Kinder, eigentlich Memo-Profis, haben bei Teufelskreis nicht automatisch den Vorteil – das mag für erwachsene Mitspieler ein Segen sein, für ambitionierte Kinder hingegen ist es öfter ein Dämpfer. Die Punktvergabe, insbesondere durch das Sonderkärtchen, sorgt für einen leichten Überraschungsfaktor, rettet aber nicht über die Tatsache hinweg, dass die Spannung oft schnell verfliegt. Denn irgendwann weiß man einfach, welche zwei Motive sich auf einem Plättchen verbergen – auch tauschen bringt dann nicht mehr Spannung ins Spiel.
Als Füllspiel oder Einstieg in den Spieleabend taugt „Teufelskreis“ aber allemal. Es ist schnell erklärt, der Ablauf ist zügig, und es lässt sich in mittleren Runden angenehm spielen. Der Wiederspielreiz bleibt insgesamt eher schwach – die optische und thematische Abwechslung ist nach ein paar Partien ausgeschöpft, und das Memo-Element nutzt sich bei Erwachsenen rasch ab.
Wer aber ein Memo-Spiel mit hübschem Material und ungewohntem Twist für zwischendurch sucht, ohne langfristigen Anspruch, wird mit „Teufelskreis“ sehr gut bedient.
Tipp der Redaktion: Bei Kindern ab 7 Jahren oder Memo-unerfahrenen Mitspielern kommt „Teufelskreis“ am besten an.
Spielekriterien
- Glück/Zufall: 4/10
- Wissen: ---
- Logisches Denken: ---
- Gedächtnis: 10/10
- Strategie/Taktik: 4/10
- Interaktion: 4/10
- Geschicklichkeit: ---
Fazit
„Teufelskreis“ ist ein charmantes Memo-Spiel, das mit hochwertigen Materialien und einem kleinen Regelkniff aufwartet. Für kurze Runden in lockerer Runde bietet es einen guten Anlass, das Gedächtnis auf die Probe zu stellen – besonders, wenn nicht schon (zu) viele Memo-Varianten im Haus sind. Die Höllenthematik ist dabei eher ein netter Hingucker als ein spielprägendes Element. Für Vielspieler bietet das Spiel wenig Neues.
Fotos: © Redaktion Spieledorf, Steffen Spiele



