Strategeti: Tierisch kurze Wege zur richtigen Strategie

Strategeti von FlexiQ Games

In Strategeti treten zwei Spieler mit Elefanten, Löwen, Zebras und Gazellen gegeneinander an. Jede Tierart bewegt sich nach eigenen Regeln, während drei unterschiedliche Wege zum Sieg und zwei Schwierigkeitsstufen für strategische Abwechslung sorgen.

Das Wichtigste in Kürze

Name: Strategeti

Verlag: FlexiQ Games

Jahr: 2025

Autor: Ignasi Ferré

Illustration: Filip

Altersangabe: ab 7 Jahren

Dauer: ca. 10 Minuten

Spieleranzahl: 2

Auszeichnungen: Game of the Year 2025 in den Niederlanden und Belgien

Verlagshomepage: flexiqgames.com/de

Preisempfehlung des Herstellers: 24,95 €

Erweiterungen: ---


Kartoninhalt – was bringt Strategeti mit?

  • 1 doppelseitiger Spielplan
  • 16 Spielfiguren (2 Sets mit je 2 Löwen, 2 Elefanten, 2 Zebras und 2 Gazellen)
  • Spielanleitung

Spielplan/Spielmaterial

Der quadratische Spielplan misst etwa 23 × 23 Zentimeter und besteht aus stabiler, fester Pappe, die klassisch mit bedrucktem Papier bezogen ist. Er wirkt stabil und wertig. Eine Besonderheit zeigt sich beim Umdrehen, denn der Spielplan ist beidseitig gestaltet und bietet zwei Schwierigkeitsstufen. Die mit einem „S“ gekennzeichnete Seite ist für die Standardstufe vorgesehen, während das Pluszeichen auf der Rückseite die Fortgeschrittenenstufe markiert. Damit greift Strategeti ein Grundprinzip von FlexiQ auf: Die Spiele des Verlags sollen sich an die Fähigkeiten der Spieler und Spielerinnen anpassen und gewissermaßen mit ihnen wachsen.

Die Spielanleitung liegt in Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Griechisch bei. Sie besteht aus einem quadratischen, etwa spielplangroßen Heft und fällt mit zwei Seiten pro Sprache erfreulich kurz aus. Dennoch sind alle Regeln verständlich erklärt. Den meisten Platz nehmen dabei die Zugmöglichkeiten der vier Tierarten ein. Positiv fällt außerdem das dickere und leicht beschichtete Papier auf. Über die Beschichtung kann man unter Umweltgesichtspunkten sicherlich geteilter Meinung sein. Im Spielalltag hat sie jedoch einen praktischen Vorteil: Die Anleitung ist dadurch robuster und dürfte häufiges Nachschlagen besser verkraften.

Zu jedem der beiden Figurensets gehören jeweils zwei Elefanten, zwei Löwen, zwei Zebras und zwei Gazellen. Ein Set ist cremeweiß, das andere in einem gedeckten Khakifarben gehalten. Sämtliche Tiere bestehen aus Kunststoff, sind aber erstaunlich fein und detailliert gearbeitet. Selbst kleine Einzelheiten wie die Zähne der Löwen lassen sich gut erkennen. Trotz ihrer filigranen Gestaltung wirken die Figuren stabil und hochwertig. Natürlich besitzen sie nicht das Gewicht von Metallfiguren, sie sind aber dennoch schwer genug, um nicht bei jedem kleinen Windstoß über das Spielbrett zu kullern.


Strategeti: Spielvorbereitung

Vor dem Spiel entscheidet ihr euch zunächst für eine der beiden Schwierigkeitsstufen und legt den Spielplan mit der entsprechenden Seite nach oben zwischen euch. Anschließend wählt jeder Spieler eines der beiden Sets und nimmt sich die acht Tiere seiner Farbe. Der jüngste Spieler beginnt.


  • Die Schachtel

    Die Schachtel

  • Die Spielfiguren

    Die Spielfiguren

  • Die einfache Seite des Spielplans

    Die einfache Seite des Spielplans

  • Die schwierige Seite des Spielplans

    Die schwierige Seite des Spielplans

  • Die Aufstellung

    Die Aufstellung

  • Spielsituation

    Spielsituation

  • Detail 1

    Detail 1

  • Detail 2

    Detail 2


    Spielablauf – so wird Strategeti gespielt

    Wer an der Reihe ist, hat zwei Möglichkeiten: Entweder setzt man ein neues Tier aus dem eigenen Vorrat auf den Spielplan oder bewegt eines der Tiere, die sich bereits dort befinden. Neue Tiere dürfen grundsätzlich nur auf freie Felder gestellt werden. Welche Felder dafür zur Verfügung stehen, hängt von der gewählten Schwierigkeitsstufe (also der jeweiligen Spielplanseite) ab. In der Standardstufe sind die vier Eckfelder tabu. In der fortgeschrittenen Variante dürfen neue Tiere dagegen nur auf einem der äußeren Felder eingesetzt werden, während die vier Felder in der Mitte zunächst frei bleiben müssen. Diese Einschränkungen gelten aber nur für das Einsetzen. Im weiteren Spielverlauf dürfen die betreffenden Felder betreten werden.

    Sobald sich ein Tier auf dem Spielplan befindet, richtet sich seine Bewegung nach seiner Art. Elefanten ziehen waagerecht oder senkrecht um genau ein Feld. Sie dürfen sich jedoch nur bewegen, wenn sie dabei mindestens ein anderes Tier vor sich herschieben. Stehen mehrere Tiere hintereinander, werden sie gemeinsam um ein Feld versetzt. Tiere, die dadurch im Fluss oder in der Schlucht landen, scheiden aus dem Spiel aus. Andere Elefanten lassen sich nicht verschieben.

    Auch Löwen bewegen sich nur ein Feld waagerecht oder senkrecht. Ihr Zug ist ausschließlich möglich, wenn auf dem Zielfeld ein Zebra oder eine Gazelle steht. Dieses Tier wird gefressen und aus dem Spiel genommen, während der Löwe seinen Platz einnimmt. Dabei darf ein Löwe sogar ein Zebra oder eine Gazelle der eigenen Farbe fressen. Elefanten und andere Löwen sind dagegen vor ihm sicher. Ein Löwe darf außerdem nicht durch das Fressen eines Tieres erstmals auf den Spielplan gelangen, sondern muss zuvor regulär eingesetzt worden sein.

    Gazellen bewegen sich springend. Dazu benötigen sie mindestens ein unmittelbar benachbartes Tier, das sie waagerecht, senkrecht oder diagonal überspringen können. Sie landen auf dem ersten freien Feld dahinter. Auch zwei unmittelbar hintereinanderstehende Tiere dürfen mit einem Sprung überwunden werden. Ergibt sich vom neuen Standort aus eine weitere Sprungmöglichkeit, darf die Gazelle ihren Zug fortsetzen und dabei auch die Richtung wechseln.

    Zebras ziehen ebenfalls waagerecht, senkrecht oder diagonal. Sie dürfen sich über eine beliebige Anzahl freier Felder bewegen, müssen während ihres gesamten Zuges jedoch dieselbe Richtung beibehalten. Sobald ein anderes Tier ihren Weg versperrt, endet ihre Bewegungsmöglichkeit davor.

    Kein Tier darf das Spielfeld durch seine eigene Bewegung verlassen. Nur Elefanten können andere Tiere in den Fluss oder in die Schlucht schieben. Gewonnen hat, wer vier eigene Tiere waagerecht, senkrecht oder diagonal in eine Reihe bringt, das fünfte gegnerische Tier aus dem Spiel entfernt oder den Gegner so blockiert, dass dieser keinen Zug mehr ausführen kann.


    Bewertung: Wie finden wir Strategeti?

    Strategeti hat uns sehr schnell überzeugt. Das Zwei-Personen-Spiel bietet strategische Tiefe, lässt sich mit einer Spielzeit von etwa zehn Minuten aber trotzdem gut zwischendurch spielen. Anders als bei einer Partie Schach oder vergleichbaren Spielen muss man sich dafür nicht erst den halben Abend freihalten. Ebenso wenig sind Schachkenntnisse erforderlich. Strategeti steht mit seinen Bewegungsregeln ganz auf eigenen Beinen.

    Die Zugregeln stellen anfangs allerdings die größte Hürde dar. Elefanten schieben, Löwen fressen, Gazellen springen und Zebras ziehen über mehrere freie Felder. Bis man sich gemerkt hat, welches Tier sich auf welche Weise bewegen darf, braucht es einige Partien. Gerade zu Beginn ist es daher sinnvoll, die Anleitung aufgeklappt neben dem Spielplan liegen zu lassen. Trotzdem kann es passieren, dass ein Tier versehentlich falsch bewegt wird und am Ende jemand gewinnt, obwohl zwischendurch unbeabsichtigt ein wenig „geschummelt“ wurde. Kein wirklicher Kritikpunkt, sondern schlicht Teil der kurzen Eingewöhnungsphase.

    Auch die drei unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Partie zu gewinnen, können anfangs für etwas Verwirrung sorgen. Besonders eine diagonale Reihe aus vier eigenen Tieren wird gern mal übersehen, während man waagerechte und senkrechte Reihen recht schnell erkennt. Dann spielt man munter weiter, bis plötzlich auffällt, dass die Partie eigentlich schon vor drei Zügen beendet gewesen wäre. Das fünfte entfernte Tier lässt sich leichter im Blick behalten, wenn die ausgeschiedenen Figuren gut sichtbar neben dem Spielplan stehen. Spätestens wenn ein Spieler keinen Zug mehr ausführen kann, ist das dritte mögliche Spielende kaum zu übersehen.

    Nach einigen Runden laufen sowohl die Bewegungen als auch die Siegbedingungen zunehmend flüssig. Dann spielt sich Strategeti schnell und spannend. Die kurze Spieldauer darf dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass jede Entscheidung Folgen hat. Nicht nur der eigene nächste Zug will bedacht sein. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Möglichkeiten man dem Gegenüber eröffnet und ob eine gute Position vielleicht schon mit dem nächsten Zug wieder zunichtegemacht werden kann.

    Zusätzliche Abwechslung bringen die beiden Seiten des Spielplans. Der Unterschied zwischen der Standard- und der Fortgeschrittenenstufe wirkt auf den ersten Blick überschaubar, verändert das Spiel aber spürbar. Während neue Tiere in der Standardstufe auf fast allen freien Feldern eingesetzt werden dürfen, stehen auf der fortgeschrittenen Seite dafür nur die äußeren Felder zur Verfügung. Die eigene Strategie muss entsprechend angepasst werden. Was auf dem Standardspielplan zuverlässig funktioniert, führt auf der schwierigeren Seite noch lange nicht zum Erfolg. Damit besitzt Strategeti trotz seiner überschaubaren Regeln einen hohen Wiederspielreiz.

    Wie bei FlexiQ üblich, sollen während des Spielens verschiedene Fähigkeiten gefördert werden. Bei Strategeti gehören dazu unter anderem Vorausdenken, strategisches Handeln, Orientierung und Neuorientierung, das Erkennen von Verknüpfungen, der Wechsel der Perspektive, das Abwägen verschiedener Möglichkeiten, das Arbeitsgedächtnis und das Lösen von Problemen. Das klingt zunächst nach einem recht umfangreichen Trainingsprogramm. Im Spiel selbst fällt davon jedoch nichts auf und genau das ist eine der großen Stärken von Strategeti. Es kommt weder mit erhobenem Zeigefinger daher noch vermittelt es ständig das Gefühl, nun unbedingt eine bestimmte Fähigkeit trainieren zu müssen. Es ist in erster Linie ein gutes Strategiespiel. Dass dabei nebenbei verschiedene kognitive Fähigkeiten gefordert werden, ist eine Ergänzung.

    Überzeugt hat außerdem die Qualität des Spielmaterials. Der stabile Spielplan und die detailliert gearbeiteten Tierfiguren dürften zahlreiche Partien problemlos überstehen. Als Reisespiel würden wir Strategeti nur eingeschränkt empfehlen. Zwar benötigen Schachtel und Spielplan nicht viel Platz, die filigranen Figuren sollten jedoch geschützt transportiert werden. Sie aus Platzgründen etwa in einen Kunststoffbeutel zu werfen, ist keine gute Idee. Nicht ohne Grund besitzt jedes Tier in der Schachtel ein eigenes Fach. Wer mit dem Auto verreist und noch etwas Platz im Gepäck hat, kann das Spiel dagegen problemlos mitnehmen. Gerade im Urlaub ist ein gutes Zwei-Personen-Spiel schließlich praktisch, denn eine größere Spielrunde kommt nicht immer zusammen.

    Strategeti verbindet kurze Partien mit strategischen Entscheidungen. Die ungewöhnlichen Bewegungsmöglichkeiten erfordern zunächst etwas Übung, sorgen aber dafür, dass sich das Spiel von anderen bekannten Strategiespielen abhebt. Die zweite Schwierigkeitsstufe verändert das Spielgefühl noch einmal deutlich. Wer gern zu zweit spielt und strategische Herausforderungen mag, ohne dafür jedes Mal viel Zeit einplanen zu wollen, sollte sich Strategeti unbedingt ansehen.

    Tipp der Redaktion: Auch wer bereits Erfahrung mit Strategiespielen hat oder regelmäßig Schach spielt, sollte zunächst mit der Standardstufe beginnen. Sie ist nicht nur zugänglicher, sondern erleichtert es auch, die unterschiedlichen Zugregeln der vier Tierarten kennenzulernen.


    Spielekriterien

    • Glück/Zufall: ---
    • Wissen: ---
    • Logisches Denken: 08/10
    • Gedächtnis: ---
    • Strategie/Taktik: 10/10
    • Interaktion: 02/10
    • Geschicklichkeit: ---

    Fazit

    Strategeti verbindet strategische Tiefe mit einer angenehm kurzen Spieldauer und hat uns damit schnell überzeugt. Die unterschiedlichen Zugregeln der Tiere sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, gehen nach einigen Partien aber gut von der Hand. Auch die drei Siegbedingungen sollte man zunächst aufmerksam im Blick behalten. Der doppelseitige Spielplan sorgt dafür, dass sich die Anforderungen deutlich verändern und die eigene Strategie immer wieder angepasst werden muss. Nebenbei fördert das Spiel verschiedene kognitive Fähigkeiten, ohne dabei belehrend zu wirken. Der stabile Spielplan und die detaillierten Tierfiguren sind ausgesprochen hochwertig, benötigen beim Transport allerdings etwas Schutz. Insgesamt ist Strategeti ein abwechslungsreiches Zwei-Personen-Spiel für alle, die kurze Partien mit echten taktischen Entscheidungen mögen.

    Fotos: © Redaktion Spieledorf, FlexiQ Games


    Video: Strategeti im Unboxing

     

     

     

    10 GESAMTPUNKTZAHL

    Unsere Wertung

    Langzeitspielspaß

    10/10

    Qualität Spielmaterial

    10/10

    Spielanleitung

    10/10

    Einfacher Zugang

    8/10

    Preis/Leistung

    10/10

    VORTEILE

    • Kurze Spieldauer, überraschend viel strategische Tiefe und dank zweier Spielplanseiten deutlich unterschiedliche Anforderungen.

    NACHTEILE

    • Die ungewöhnlichen Zugregeln und drei Siegbedingungen können in den ersten Partien für Verwirrung sorgen.

    Heute 926

    Gestern 768

    Woche 3.691

    Monat 9.962

    Insgesamt 5.399.295

    Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch das Klicken auf „Akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Klicken Sie auf „Ablehnen“, werden keine Tracking-Cookies gesetzt. Die Webseite kann in diesem Fall unter Umständen nicht in vollem Umfang genutzt werden. Weitere Informationen zu den eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.