Keine Überraschung: „Azul“ ist Spiel des Jahres 2018

Für Kenner der Szene war es keine allzu große Überraschung: „Azul“ von Michael Kiesling (Verlag Next Move/Plan B Games) ist Spiel des Jahres 2018. Bereits bei der Vorstellung auf der Spielemesse in Essen im Herbst vergangenen Jahres zeichnete sich schnell ab, dass das Spiel rund um portugiesische Kacheln preisverdächtig ist. Auch das Kinderspiel und das Kennerspiel des Jahres sind  keine riesengroße Überraschungen. Alle drei Spiele versprechen langfristigen Spielspaß für die entsprechenden Altersgruppen.

Das Spiel des Jahres 2018

Azul NextMoveSpiel des JahresDas taktische Legespiel „Azul“ erzählt eine Geschichte: Der portugiesische König Manuel I. beauftragt Handwerker, die Wände seines Palasts mit Mosaiken zu verzieren. Natürlich nicht mit irgendwelchen Keramikfliesen, sondern mit den sogenannten traditionellen Azulejos, die dem Spiel auch seinen Namen gaben. Zwischen den Fliesenlegern entbrennt ein Wettbewerb. Alle wollen die besten Fliesen zum besten Zeitpunkt aus den Manufakturen erhalten.

Von einem Anbieter alle einer Sorte – das ist der Modus Zug für Zug bei der Auswahl. Abhängig von der Position im Mosaik brauchen die Handwerker mal viele Fliesen einer Sorte, mal wenige, um das Muster erweitern zu dürfen. Wer sich verspekuliert und zu viele Kacheln abnehmen muss, verliert Punkte. Belohnt wird derjenige, der zusammenhängend fliest und am Ende des Spiels vollständige Reihen und Spalten im Mosaik gelegt hat.

Was uns bereits im Herbst in Essen viel Spielspaß brachte, hat auch die Jury zum Spiel des Jahres überzeugt. In ihrer Begründung heißt es: „Das abstrakte ,Azul‘ vereint vermeintliche Gegensätze: Die nüchterne Funktionalität des Spielbretts ist ein gelungener Kontrast zur Ästhetik des entstehenden Mosaiks. Die Haptik der Spielsteine verstärkt den wertigen Eindruck. Allein das Material ist ein Genuss. Zudem ist Autor Michael Kiesling die Meisterleistung gelungen, einem einfachen Auswahlmechanismus so viel Tiefgang zu verleihen, dass dieser einen nahezu endlosen Wiederspielreiz auslöst...“

Azul, Verlag Next Move/Plan B Games, für 2-4 Spieler ab 8 Jahren, um 40 €

 

Das Kinderspiel des Jahres 2018

Funkelschatz HabaKinderspielBeim Kinderspiel des Jahres ist sich die Jury einmal mehr treu geblieben. Gewählt wurde ein Spiel aus dem traditionellen Kinderspiel-Verlag Haba: „Funkelschatz“ vom Vater-Tochter-Gespann Lena und Günter Burkhardt. Günter Burkhardt ist seit vielen Jahren hauptberuflich Spieleautor und hat bereits mehr als 80 Spiele veröffentlicht. Für Tochter Lena ist es nach „Die Gärten von Versailles“ bei Schmidt Spiele das zweite Werk, dass auch ihren Namen auf der Schachtel trägt.  Bei Funkelschatz stoßen die Drachenkinder auf eine Sammlung bunter Funkelsteine. Diese sind aber in einer dicken Eissäule eingefroren. Doch Papa Drache bringt die Säule mit seinem Feueratem zum Schmelzen, so dass die Kinder die Steine einsammeln können. Es gewinnt, wer mit Fingerspitzengefühl, ein wenig Taktik und Glück die meisten Funkelsteine einsammeln konnte.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Dieser Drachenpapa lässt nicht nur Eis, sondern auch Kinderherzen schmelzen. Bei Funkelschatz fiebert die ganze Familie gern mit. Die Autoren verbinden eine kindgerechte Geschichte, einen klassischen Mechanismus und faszinierendes Material zu einem Spieleabenteuer, das Kinder immer wieder fesselt. Beim Einschätzen und Sammeln sind ein kühler Kopf, ein Quäntchen Glück und Fingerspitzengefühl gefragt.“

Funkelschatz, Haba, für 2 bis 4 Spieler ab 5 Jahren, um 15 €

 

Das Kennerspiel des Jahres 2018

Quacksalber SchmidtKennerspielNeben den vielen Strategiespielen am Markt ist „Die Quacksalber von Quedlinburg“  von Wolfgang Warsch ein erfrischend anderes Spiel. Zwar hat es für ein Kennerspiel überraschend viele Glücks- und Zufallselemente, doch auch die Strategie kommt nicht zu kurz. Als Quacksalber brauen die Spieler aus allerlei Zutaten immer wieder neue Tränke. Die Zubereitung erfolgt nicht akribisch nach Rezept, sondern nach Zufallsprinzip. Jeder Spieler zieht aus dem eigenen Vorratsbeutel zieht jeder Spieler die Zutaten für seinen Trank. Die meisten Ingredienzien haben positive Sondereffekte. Nicht so die Knallerbsen – sie führen in hoher Konzentration zur Kesselexplosion. Durch den Verkauf der fertigen  Elixiere können neue Zutaten gekauft und so wieder bessere Tränke hergestellt werden. Wer seine taktischen Möglichkeiten gut nutzt, hat im Quacksalber-Wettstreit die besten Chancen.

Die Begründung der Jury: „Das Köcheln mit zufällig gezogenen Zutaten sorgt bei ,Die Quacksalber von Quedlinburg‘ für Geschmacksexplosionen und für ein Feuerwerk der Emotionen. Schadenfreude, Jubel und Wehklage wechseln sich in schneller Abfolge ständig ab. Ein reines Glücksspiel? Nein, denn der Autor lässt den Spielern dank des exquisiten Grundrezepts viele taktische Freiheiten beim Verfeinern.“

Die Quacksalber von Quedlinburg, Schmidt Spiele, für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren, um 35 €

 

Sonderpreis Spiel des Jahres 2018

Pandemic Legacy 2sonderpreis2018Erstmals seit 2010 hat die Jury zum Spiel des Jahres wieder einen Sonderpreis vergeben. Damals bekam „Die Tore der Welt“ aus dem Kosmos Verlag diese Auszeichnung. In diesem Jahr geht der Preis an das kooperative Spiel „Pandemic Legacy - Season 2“. 71 Jahre nach dem apokalyptischen Ausbruch der Seuche versorgen die Spieler vom Meer aus die letzten Überlebenden auf dem Festland. Jede Entscheidung hat Auswirkungen auf alle folgenden der maximal 24 Partien. Die Charaktere lernen hinzu oder erleiden Narben. Neue Städte vergrößern das Raster der bekannten Pandemic-Legacy-Welt. Die Prinzipien entsprechen Season 1, doch der Pandemie-Mechanismus dient nun der Versorgung der Überlebenden statt der Ausbreitung von Seuchen.

So begründet die Jury den Sonderpreis 2018: Zehn Jahre nach Veröffentlichung des Grundspiels wächst die „Pandemie“-Familie weiter. Schon mit Season 1 hatten Matt Leacock und Rob Daviau das Tor zu einer faszinierenden Spielewelt aufgestoßen. An „Pandemic Legacy - Season 2“, dem bislang besten „Pandemie“, werden sich künftig alle Legacy-Spiele messen lassen müssen. Die herausragende Leistung des Autorenduos würdigt die Jury mit einem Sonderpreis.“

Pandemic Legacy – Sesaon 2, Z-Man Games, für 2-4 Spieler ab 14 Jahren, um 40 €

www.spiel-des-jahres.com

 

Spiel des Jahres 2018Michael Kiesling mit der Trophäe für das Spiel des Jahres 2018.

Kennerspiel des Jahres 2018Wolfgang Warsch wurde mit dem Pöppel für das Kennerspiel des Jahres 2018 ausgezeichnet.

Kinderspiel des Jahres 2018Das Vater-Tochter-Gespann Lena und Günter Burkhardt hat das Kinderspiel des Jahres 2018 erdacht.

 

Fotos: © Spiel des Jahres e.V., Next Move/Plan B Games, HABA, Schmidt Spiele, Z-Man Games

Drucken E-Mail

  • Spielend für Toleranz
    Nein zu Intoleranz – egal in welcher Form. Die Spieledorf-Redaktion freut sich, die Initiative „Spielend für Toleranz“ zu unterstützen. An dieser Stelle erfahrt Ihr, warum uns das ein großes Anliegen ist.

    Weiterlesen

Anzeige

      

Umfrage

Auspöppeln - lästige Pflicht oder spaßig?
  • 4 Votes
    Auf jeden Fall spaßig - eine Extra-Runde Vorfreude aufs Spiel
    80%
  • 1 Vote
    Eher lästige Pflicht - aber muss halt sein
    20%
← Back
Total 5 Votes

Besucherstatistik

Heute
Gestern
Dieser Monat
Letzter Monat
Insgesamt
2029
2453
32089
103392
726977
Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzhinweise Ok