Der Helvetiq Verlag ist ein vergleichsweise junger Spieleverlag aus der Schweiz, der sich in den letzten Jahren mit kompakten, oft überraschend tiefgründigen Spielen international einen Namen gemacht hat. Die Wurzeln des Verlags liegen dabei in einer ganz persönlichen Idee – und einem Augenzwinkern.
Gegründet wurde Helvetiq 2008 von Hadi Barkat. Während er sich auf seinen Schweizer Einbürgerungstest vorbereitete, stellte er fest, dass selbst Einheimische bei vielen Fragen ins Grübeln gerieten. Aus dieser Erfahrung entstand ein Quizspiel rund um die Schweiz – der Grundstein für den Helvetiq Verlag. Die erste Auflage war klein, das Budget knapp kalkuliert – doch der Erfolg kam schnell: Innerhalb eines Monats waren alle Exemplare verkauft, insgesamt entwickelte sich das Spiel zu einem echten Dauerbrenner.
Vom Schweiz-Spiel zum internationalen Verlag
Der unerwartete Erfolg motivierte Barkat und sein Team, weitere Spiele zu entwickeln. Zunächst lag der Fokus noch stark auf Themen mit lokalem Bezug, doch schon bald öffnete sich der Helvetiq Verlag für den internationalen Markt. Schritt für Schritt entstanden neue Titel, die sich nicht mehr nur an ein Schweizer Publikum richteten.
Heute arbeitet Helvetiq mit Vertriebspartnern in zahlreichen Ländern zusammen und ist unter anderem in Europa und Nordamerika präsent. Neben Spielen gehören inzwischen auch Bücher und kreative Geschenkartikel zum Sortiment – ein Hinweis darauf, dass sich der Verlag bewusst breiter aufstellt, ohne seine Wurzeln im Spielebereich zu verlieren.
Typisch Helvetiq: kleine Schachtel, große Idee
Auffällig im Programm des Helvetiq Verlags ist die klare Designlinie: viele Spiele kommen in kompakten Formaten daher, sind schnell erklärt und setzen auf eine zentrale, oft originelle Spielidee.
Bekannte Titel sind zum Beispiel:
- Bandido (und Bandida) – kooperative Kartenspiele, bei denen gemeinsam Fluchtwege blockiert werden
- Yaxha – ein außergewöhnliches Spiel rund um den Bau einer Maya-Pyramide
- Kariba – ein zugängliches Kartenspiel mit taktischen Elementen und Tiermotiven
Typisch für diese Spiele sind einfache Regeln, kurze Spieldauer und ein hoher Wiederspielreiz. Mechanisch bewegt sich Helvetiq häufig im Bereich von Karten- und Legespielen, oft mit kooperativen oder semi-kooperativen Ansätzen.
Erweiterung des Portfolios: Übernahme von Steffen Spiele
Ein wichtiger Schritt in der jüngeren Verlagsgeschichte folgte 2023: Der Helvetiq Verlag übernahm den deutschen Holzspielverlag Steffen Spiele.
Damit erweiterte Helvetiq sein Portfolio gezielt um hochwertige, abstrakte Holzspiele, die für ihr minimalistisches Design und ihre Langlebigkeit bekannt sind. Steffen Spiele hatte sich über zwei Jahrzehnte einen Namen mit genau solchen Titeln gemacht – oft reduziert auf wenige Elemente, dafür mit hohem strategischem Anspruch.
Die Übernahme passt gut zur bisherigen Ausrichtung von Helvetiq: Beide Verlage teilen ähnliche Werte, etwa den Fokus auf Design, Nachhaltigkeit und zeitlose Spielideen. Gleichzeitig profitiert Steffen Spiele von der internationalen Reichweite des Schweizer Verlags, wodurch die Spiele künftig ein größeres Publikum erreichen sollen.
Reduktion als Konzept
Der Helvetiq Verlag verfolgt eine klare Philosophie: Spiele sollen leicht zugänglich sein, ohne banal zu wirken. Statt komplexer Regelwerke setzt man auf reduzierte Mechaniken und sauberes Design. Viele Titel funktionieren dadurch sowohl als Einstiegsspiel als auch als kurze Herausforderung für erfahrene Spielerinnen und Spieler.
Diese Mischung aus Zugänglichkeit, klarem Design und international verständlichen Spielideen hat dem Verlag in vergleichsweise kurzer Zeit eine feste Position im modernen Brettspielmarkt verschafft – von der Schweiz aus in die Welt.
In die Messe-Top-3 auf Spieledorf hat es Helvetip mit Team up! 2018 auch geschafft.
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