Deutscher Spielepreis 2016: Ein feierlicher Abend

Am Vorabend vor dem großen Start der Spiel '16  wurde im feierlichen Rahmen im Kongresszentrum der Messe Essen der Deutsche Spielepreis 2016 verliehen. Diese jährlich im Herbst vergebene Auszeichnung wird – anders als das im Sommer gekürte Spiel des Jahres – nicht von einer Jury, sondern von begeisterten Spielern, Lesern von Spielezeitschriften, Fachhändlern und Journalisten gewählt. Mehrere tausend Stimmen werden dafür ausgezählt.

Spielepreis 2016 PreisträgerDie Spiele auf den Treppchen-Plätzen.Ein wenig Wehmut kam zu Beginn auf, also Dominique Metzler noch an die Verstorbenen der Branche erinnerte. Darunter Fritz Gruber, der unter anderem die Pressearbeit für Kosmos und Mattel betreute. Er starb Mitte März im Alter von 59 Jahren. Und erst vor wenigen Wochen war überraschend Harald Bilz, Gründer und Chef des Heidelberger Spieleverlags, gestorben. Bilz wurde nur 57 Jahre alt und mit ihm hat die Branche einen ihrer Großen verloren.

Zwei Mitarbeiter des ausrichtenden Friedhelm-Merz-Verlags führten durch den übrigen Abend. Als erster Preis wurde traditionell die „Essener Feder“ übergeben. Diese rund 10 Kilo schwere Wandertrophäe der Stadt Essen geht an ein Spiel mit vorbildlicher Spielregel. In diesem Jahr ist das „Stone Age Junior“ von Marco Teubner, erschienen im Hans im Glück-Verlag. Es ist bereis die zweite Auszeichnung für das Spiel. Im Sommer gewann es den Titel „Kinderspiel des Jahres“.

Die Laudatio hält stets der Essener Oberbürgermeister. Thomas Kufen (CDU) ist seit Herbst 2015 im Amt und übernahm in diesem Jahr erstmals die ehrenvolle Aufgabe von seinem Vorgänger Rudolf Jellinek. Er übergab den Preis an Vertreter des Hans im Glück-Verlags. Positiv hervorzuheben ist, dass der Preis an ein Kinderspiel ging. Denn wo sind vorbildliche Regeln wichtiger, als bei Spielen für die Jüngsten? Schließlich soll der Nachwuchs nicht gleich mit komplizierten Regeln wieder vom Spielen abgehalten werden. 

 

Mombasa - ein erwarteter Sieger beim Spielepreis 2016

Danach ging es regelrecht Schlag auf Schlag. Die Plätze zehn bis vier wurden auf die Bühne gerufen und erhielten Urkunden, bevor es um die Plätze auf dem Treppchen ging. Den dritten Platz belegte „T.I.M.E Stories“ von Manuel Rozoy, erschienen im französischen Verlag Space Cowboys. In Deutschland wird das Spiel von Asmodee vertrieben. Auf Platz zwei landete „Codenames" von Vlaada Chvatil von Czech Games Edition (deutsche Vermarktung: Heidelberger Spieleverlag), das im Juli schon zum Spiel des Jahres gekürt wurde.

Den Ersten Preis räumte beim Spielepreis 2016 jedoch erwartungsgemäß „Mombasa“ von Alexander Pfister ab, das in Kooperation von eggertspiele und Pegasus Spiele veröffentlicht wurde. Nach 2012 (Village) ist es der zweite Hauptpreis für ein Spiel dieser Verlagskooperation. Hinzu kommen für beide Verlage weitere Platzierungen in den Top Ten der vergangenen Jahre. Auch für Autor Alexander Pfister ist es nicht die erste Auszeichnung: Früher am Abend hatte er schon eine Urkunde für „Isle of Skye“ bekommen, das den siebten Platz erreichte und das er zusammen mit Andreas Pelikan entwickelt hat.  

Im Anschluss stand die Verleihung des Kinder-Spielpreises auf dem Programm. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr „Leo muss zum Friseur“ (Abacusspiele) von Leo Colovini. Der freute sich sichtlich und kam passend mit Löwenperücke auf die Bühne - was angesichts der warmen Scheinwerfer eine echte Herausforderung war.

 

Sonderpreis für Knut-Michael Wolf

Sonderpreis für Knut-Michael Wolf 2016Für Knut-Michael Wolf gab es 2016 einen Sonderpreis.Normalerweise endet die Preisverleihung nach dem Kinderspiel. Nicht so in diesem Jahr. Stattdessen kam nun noch einmal Veranstalterin Dominique Metzler auf die Bühne. Sie hatte die Ehre, einen Sonderpreis zu verleihen. Dieser ging an Knut-Michael Wolf, Der für seine langjährigen Verdienste in der Spielebranche ausgezeichnet wurde.

Wolf arbeitet lange Jahre freiberuflich für verschiedene Spieleverlage, veröffentlichte eigene Spiele, und schließlich, Ende der 70er-Jahre, die erste Ausgabe von „Wolfs Wirtschaftsbrief“. Das Magazin wurde ein Jahr später in Pöppel-Revue umgetauft. Er betrieb außerdem eine der ersten deutschsprachigen Internetseiten über Brett- und Kartenspiele und war von 2000 bis 2010 Mitglied der Jury für die „Essener Feder“.

Mit der Aufstellung zum Gruppenfoto der Sieger endete die Gala, aber nicht Abend beim Spielepreis 2016 – wir danken dem Friedhelm Merz Verlag, dass wir dabei sein durften.

 

Die Liste der Sieger 2016 in der Übersicht:

  1. Mombasa von Alexander Pfister (eggertspiele und Pegasus Spiele)
  2. Codenames von Vlaada Chvatil (Czech Games Edition und Heidelberger Spieleverlag)
  3. T.I.M.E Stories von Manuel Rozoy (Space Cowboys)
  4. Pandemic Legacy von Matt Leacock und Rob Daviau (Z-Man Games)
  5. Mysterium von Oleksandr Nevskiy und Oleg Sidorenko (Libellud)
  6. Karuba von Rüdiger Dorn (Haba)
  7. Isle of Skye von Andreas Pelikan und Alexander Pfister (Lookout)
  8. Imhotep von Phil Walker-Harding (Kosmos)
  9. 7 Wonders Duell von Bruno Cathala und Antoine Bauza (Repos)
  10. Nippon von Nuno Bizarro Sentiero und Paulo Soledade (What’s Your Game)

Kinder-Spielepreis 2016: Leo muss zum Friseur von Leo Colovini (Abacusspiele)

Essener Feder: Stone Age Junior von Marco Teubner (Hans im Glück)

Sonderpreis: Knut-Michael-Wolf

Spielepreis 2016 Gruppenbild der SiegerDeutscher Spielepreis 2016: Das Gruppenbild der Sieger.

 

Mehr Bilder von der Verleihung finden Sie in unserer Bildergalerie.

 

Fotos: © Redaktion Spieledorf

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