TOPP/frechverlag: Das sind die Herbstneuheiten 2026

Fäden werden durch Webrahmen gezogen, Dinosaurier eingezäunt, Labyrinthe nur im Spiegel betrachtet und beim Raten gehen auch noch die Vokale verloren. Der frechverlag fährt unter seiner Marke TOPP im Herbst 2026 ein ausgesprochen abwechslungsreiches Spieleprogramm auf. Dazu kommen gleich mehrere Fälle für Hobbydetektive und zwei Spiele zu aktuellen Fernsehshows.

Die Neuheiten bewegen sich dabei überwiegend im Familien- und Erwachsenenbereich. Klassische Kinderspiele sind kaum vertreten; viele Titel beginnen bei acht oder zehn Jahren, die Krimispiele teilweise erst bei 14 Jahren.

Crime Files – Fallakte: Sherlocks Zeitungsarchiv

Ein Adventskalender ohne Schokolade, dafür mit einem Fall für Sherlock Holmes: Crime Files – Fallakte: Sherlocks Zeitungsarchiv verteilt die Ermittlungen auf 24 Tage. Jeden Tag kommt eine historische Zeitung ins Spiel, in der sich neue Informationen und versteckte Hinweise befinden. Weitere Beweismittel ergänzen nach und nach das Material, mit dem die Hintergründe des Falls rekonstruiert werden müssen.

Der Krimi-Adventskalender ist für ein bis vier Personen ab 14 Jahren gedacht und erscheint am 24. September. Damit richtet er sich klar an Jugendliche und Erwachsene, die Rätsel- und Krimispiele mögen – und im Advent lieber ermitteln als Türchen mit Schokolade zu öffnen.

Das 1% Quiz – Wie clever bist du?

Bei Das 1% Quiz – Wie clever bist du? wandert die gleichnamige Fernsehshow auf den Spieltisch. Mehr als 200 Fragen stehen zur Verfügung, die von Runde zu Runde schwieriger werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um klassisches Faktenwissen, sondern auch um logisches Denken und die Fähigkeit, auf ungewöhnliche Fragestellungen zu kommen.

Jeder startet auf seinem Spielzettel mit 100 Kandidaten. Eine falsche Antwort reduziert diese Zahl und damit auch die Chancen bei der entscheidenden 1-Prozent-Frage. Komplett ausscheiden muss allerdings niemand, sodass alle bis zum Finale beteiligt bleiben.

Das Quizspiel von Jens Merkl ist für ein bis vier Personen ab zwölf Jahren ausgelegt und dauert rund 30 Minuten. Damit dürfte es vor allem ältere Familienrunden und erwachsene Quizfans ansprechen – ganz besonders natürlich diejenigen, die das Spielprinzip bereits aus dem Fernsehen kennen.

Die Zwerge – Königswahl

Markus Heitz' Fantasywelt bekommt mit Die Zwerge – Königswahl ein eigenes taktisches Kartenspiel. Magier, Albae und Zwerge kämpfen darin um die Herrschaft über das Geborgene Land.

Reihum werden Karten ausgespielt und ihre unterschiedlichen Effekte genutzt. Damit lässt sich die eigene Position verbessern – oder die Planung der Konkurrenz gehörig durcheinanderbringen. Wer seine Karten im richtigen Moment einsetzt und sich im Machtkampf behauptet, hat die besten Aussichten auf die Krone.

Das Kartenspiel ist für zwei bis fünf Spieler ab zehn Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten. Zum Material gehören 44 Karten und eine Metallmünze. Durch Thema und Altersempfehlung liegt Königswahl zwischen Familien- und Erwachsenenspiel; besondere Aufmerksamkeit dürfte es natürlich bei den Lesern der Fantasy-Saga bekommen.

Dobro – Doppelt hält besser!

Möglichst wenige Karten einsammeln – das klingt zunächst überschaubar. Bei Dobro – Doppelt hält besser! kann sich der Wert des gemeinsamen Stapels allerdings ziemlich schnell verändern.

Wer eine Karte ausspielt, muss den bisherigen Wert überbieten. Wird er genau getroffen, verdoppelt er sich. Wer anschließend keine passende Karte mehr spielen kann, kassiert den Stapel – und genau das sollte möglichst selten passieren, denn viele eingesammelte Karten kosten Punkte. Sonderkarten sorgen zusätzlich dafür, dass sich die Situation nicht immer so entwickelt wie geplant.

Das schnelle Kartenspiel von Fel Barros, Lucas Castanho und Pedro Vinicius ist für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren gedacht. Nach rund 20 Minuten ist eine Partie gespielt. Damit passt Dobro gut in Familienrunden, funktioniert als kleines Kartenspiel aber ebenso mit Erwachsenen.

Geschickt Gefädelt

Bei Geschickt Gefädelt wird tatsächlich gefädelt. Jeder Spieler erhält einen eigenen kleinen Webrahmen, auf dem im Laufe der Partie ein Muster aus farbigen Schnüren entsteht.

In jedem Durchgang werden fünf Fäden gezogen. Einer wird ausgewählt, die übrigen wandern weiter. So kommen nach und nach vier Schnüre zusammen, die in den eigenen Rahmen eingefädelt werden. Dabei sollen bestimmte Farb- und Musterkombinationen entstehen. Welche davon besonders wichtig sind, entscheiden die Spieler selbst, indem sie ihre Knöpfe auf entsprechende Wertungskarten setzen. Nach vier Durchgängen ist das Gewebe fertig und wird abgerechnet.

Cami Muñoz Villar verbindet damit Drafting und Legespiel mit einem ungewöhnlich haptischen Element. Geschickt Gefädelt ist für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten. Das ist ein klassisches Familienspiel, das durch die echten Webrahmen allerdings optisch und spielerisch aus der üblichen Karten-und-Pappe-Riege herausfällt.

  • Crime Files – Fallakte: Sherlocks Zeitungsarchiv

    Crime Files – Fallakte: Sherlocks Zeitungsarchiv

  • Das 1% Quiz – Wie clever bist du?

    Das 1% Quiz – Wie clever bist du?

  • Die Zwerge – Königswahl

    Die Zwerge – Königswahl

  • Dobro – Doppelt hält besser!

    Dobro – Doppelt hält besser!

  • Geschickt Gefädelt

    Geschickt Gefädelt

  • Jurassic Zoo – Dinos einzäunen & Punkte abräumen

    Jurassic Zoo – Dinos einzäunen & Punkte abräumen

  • Kleine Morde unter Freunden: Sherlock Holmes

    Kleine Morde unter Freunden: Sherlock Holmes

  • Krakel-Spektakel

    Krakel-Spektakel

  • Kurz Geraten – Ohne Vokale bis zum Finale!

    Kurz Geraten – Ohne Vokale bis zum Finale!

  • REFLECT – Das Spiegelduell

    REFLECT – Das Spiegelduell

  • Sherlock Holmes – Der Fall der verlorenen Teile

    Sherlock Holmes – Der Fall der verlorenen Teile

  • Wer ist Deutschlands Superhirn?

    Wer ist Deutschlands Superhirn?

    Jurassic Zoo – Dinos einzäunen & Punkte abräumen

    Freilaufende Dinosaurier mögen im Film unterhaltsam sein, für einen Zoo sind sie eher ungünstig. Bei Jurassic Zoo müssen deshalb passende Gehege entstehen.

    In jeder Runde werden zwei Zahlenkarten aufgedeckt. Sie bestimmen Länge und Breite eines Kastens, den alle gleichzeitig auf ihrem eigenen Blatt einzeichnen. Die Flächen können ineinander verschachtelt werden; entscheidend ist, Dinosaurier und Besucherzentren so voneinander zu trennen, dass möglichst viele Punkte herausspringen. Nach 15 Runden wird abgerechnet. Zwei unterschiedliche Blöcke und acht Aufgabenkarten sorgen für zusätzliche Herausforderungen.

    Das Flip-&-Write-Spiel von Matthew Dunstan und Phil Walker-Harding funktioniert mit ein bis sechs Spielern ab acht Jahren und dauert rund 20 Minuten. Jurassic Zoo gehört damit eindeutig ins Familiensegment, kann durch das räumliche Knobeln aber genauso gut solo oder in einer reinen Erwachsenenrunde gespielt werden.

    Kleine Morde unter Freunden: Sherlock Holmes

    Nicht jeder Krimiabend muss gleich mehrere Stunden beanspruchen. Kleine Morde unter Freunden: Sherlock Holmes setzt auf zehn abgeschlossene Mini-Fälle, die ohne große Vorbereitung gespielt werden können.

    Vier bis sechs Spieler übernehmen Rollen, ziehen Hinweise und versuchen, den jeweiligen Täter zu entlarven. Ganz uneigennützig wird dabei allerdings nicht ermittelt: Jeder Charakter hat selbst etwas zu verbergen. Zum Spiel gehören 60 Charakterkarten, 60 Hinweiskarten sowie ein Heft mit Geschichten und Lösungen.

    Ein Fall dauert etwa 45 bis 60 Minuten, empfohlen wird das Spiel ab 14 Jahren. Damit ist die Sherlock-Holmes-Ausgabe eindeutig für Jugendliche und Erwachsene gedacht und bietet sich vor allem für Gruppen an, denen ein ausgewachsener Krimidinner-Abend zu aufwendig ist.

    Krakel-Spektakel

    Das 2025 zum Spiel des Jahres nominierte Krakel-Orakel bekommt Gesellschaft. Krakel-Spektakel greift dessen ungewöhnliche Zeichenidee auf, ist aber eigenständig spielbar und lässt sich zugleich mit dem Vorgänger kombinieren.

    Weiterhin dürfen die gesuchten Begriffe nicht einfach frei gezeichnet werden. Stattdessen müssen die vorhandenen gestrichelten Linien auf den Tafeln genutzt werden. Eine Drehscheibe bringt nun sechs unterschiedliche Herausforderungen ins Spiel, ein Zufallstimer zusätzlichen Zeitdruck. 250 Karten liefern insgesamt 500 neue Begriffe.

    Krakel-Spektakel ist ein kooperatives Partyspiel für zwei bis acht Spieler ab zehn Jahren; eine Runde dauert ungefähr 20 bis 40 Minuten. Die Zielgruppe reicht damit von älteren Familienrunden bis zum Spieleabend mit Erwachsenen – zeichnen zu können dürfte dabei einmal mehr weniger wichtig sein als die Fähigkeit, im Gekrakel noch irgendetwas Erkennbares unterzubringen.

    Kurz Geraten – Ohne Vokale bis zum Finale!

    Viele Worte helfen bei Kurz Geraten nicht unbedingt weiter. In dem kooperativen Ratespiel muss eine Person unter mehreren Bildern das richtige erkennen. Alle anderen wissen, welches gesucht wird, dürfen ihre Hinweise aber nur mit einem begrenzten Vorrat an Buchstabenplättchen geben.

    Aus den Buchstaben können Wörter entstehen, sie dürfen aber auch gedreht, gestapelt oder so angeordnet werden, dass sie selbst etwas darstellen. Gleichzeitig wird das Material von Runde zu Runde knapper. Die Gruppe muss deshalb immer erfinderischer werden, wenn sie alle sechs Runden überstehen will. Eine falsche Lösung kostet ein gemeinsames Leben.

    Kurz Geraten von Mads Fløe ist für drei bis sechs Spieler ab zehn Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten. Das kooperative Wort- und Assoziationsspiel dürfte damit sowohl mit älteren Kindern als auch in Erwachsenen- und Partyrunden funktionieren.

    REFLECT – Das Spiegelduell

    Ein Labyrinth zu lösen, ist die eine Sache. Es nur über einen Spiegel betrachten zu dürfen, eine andere. Genau daraus macht REFLECT – Das Spiegelduell einen Wettkampf.

    Zwei Spieler sitzen sich gegenüber und bearbeiten gleichzeitig dasselbe Labyrinth. Der direkte Blick darauf bleibt ihnen allerdings verwehrt: Sie sehen ihren Weg nur im Spiegel. Was eigentlich nach links führt, scheint plötzlich rechts zu liegen – und aus einer simplen Linie wird erstaunlich schnell eine kleine Herausforderung für Hand und Kopf.

    Wer den Ausgang am schnellsten und möglichst fehlerfrei erreicht, gewinnt das Duell. Insgesamt stehen zwei Blöcke mit jeweils 100 Aufgaben zur Verfügung. Allein lässt sich REFLECT ebenfalls spielen, dann geht es darum, die eigene Leistung zu verbessern.

    Das Spiel ist für ein bis zwei Personen ab acht Jahren gedacht und dauert etwa 15 Minuten. Damit ist es ein generationenübergreifendes Wahrnehmungs- und Geschicklichkeitsspiel, das Kinder ebenso fordert wie Erwachsene – schließlich lässt sich das eigene Gehirn auch mit zunehmendem Alter nicht davon überzeugen, dass spiegelverkehrt plötzlich ganz normal sei.

    Sherlock Holmes – Der Fall der verlorenen Teile

    Erst puzzeln, dann ermitteln: Sherlock Holmes – Der Fall der verlorenen Teile verbindet ein Holzpuzzle mit einem kleinen Kriminalfall.

    Zunächst werden 150 individuell geformte Holzteile zu einem vollständigen Motiv zusammengesetzt. Damit ist die Aufgabe aber noch nicht beendet. Im fertigen Puzzle müssen fünf geheime Teile gefunden werden. Richtig zusammengesetzt ergeben sie die Tatwaffe und liefern damit die entscheidende Information für Sherlock Holmes' Fall.

    Das Solo-Puzzle ist ab zehn Jahren empfohlen und beschäftigt seinen Ermittler etwa 60 bis 90 Minuten. Es richtet sich weniger an eine klassische Spielrunde als an Puzzle-, Escape- und Krimifans, die allein knobeln möchten.

    Wer ist Deutschlands Superhirn?

    Die zweite Fernsehshow im Herbstprogramm ist noch ziemlich frisch: Wer ist Deutschlands Superhirn? startete Ende August bei Sat.1 mit Jörg Pilawa. Statt klassischem Allgemeinwissen stehen sechs Denkbereiche im Mittelpunkt: Logik, Gedächtnis, Sprache, Rechnen, visuelle Wahrnehmung und räumliches Denken.

    Das offizielle Spiel greift dieses Prinzip auf. Mehr als 100 Fragen verteilen sich auf sechs Kategorien und sechs Schwierigkeitsstufen. Runde für Runde arbeiten sich die Spieler von leichteren zu schwierigeren Aufgaben vor und sammeln für richtige Antworten virtuelles Preisgeld. Am Ende gewinnt, wer die höchste Summe erspielt hat.

    Das Quizspiel von Romy Oswald und Peter Neugebauer ist für ein bis vier Spieler ab zwölf Jahren gedacht und dauert rund 20 Minuten. Es richtet sich damit vor allem an Jugendliche, Erwachsene und Familien mit älteren Kindern, die bei Quizspielen lieber knobeln als Jahreszahlen und Hauptstädte auswendig wissen.

    Auffällig viele Ideen abseits des klassischen Spielbretts

    Zwölf Neuheiten, aber erstaunlich wenig klassisches Brettspiel: Das Herbstprogramm von TOPP/frechverlag setzt stark auf ungewöhnliche Materialien und unterschiedliche Spielformen. Bei Geschickt Gefädelt wird tatsächlich gewebt, REFLECT arbeitet mit einem Spiegel, Sherlock Holmes verbindet Holzpuzzle und Kriminalfall, während Crime Files gleich 24 Tage aus einem einzigen Fall macht.

    Für Familien mit Kindern ab etwa acht bis zehn Jahren sind vor allem Dobro, Geschickt Gefädelt, Jurassic Zoo, Kurz Geraten und REFLECT interessant. Das 1% Quiz und Wer ist Deutschlands Superhirn? verschieben den Schwerpunkt stärker in Richtung ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Sherlock-Holmes-Titel und der Crime-Files-Adventskalender bedienen dagegen deutlich den Krimi- und Rätselbereich für ältere Spieler.

    Und dann wäre da noch Die Zwerge – Königswahl. Fantasy, Kartenspiel und Markus Heitz passen ohnehin ziemlich gut in ein Herbstprogramm. Man muss ja nicht immer einen Mord aufklären.

    Fotos: © TOPP / frechverlag GmbH

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