Ein Capybara beaufsichtigt den Wasserpark, Lemminge drängeln sich gefährlich nah an einer Klippe und im Minecraft-Universum ist ein Schwein ausgebüxt: Ravensburger bringt im Herbst 2026 eine ziemlich bunte Mischung auf den Spieltisch. Dazu treffen mit Carcassonne und dem verrückten Labyrinth gleich zwei Spieleklassiker aufeinander, während Horrified einen Abstecher in die Welt von Dungeons & Dragons macht.
Die Neuheiten von Ravensburger richten sich dabei längst nicht nur an Familien mit jüngeren Kindern. Mit Partyspielen, einem Stichspiel und einem kooperativen Fantasy-Abenteuer ist auch für ältere Spieler und Erwachsenenrunden einiges dabei.
Capy Cabana
Ausgerechnet ein Capybara soll im Wasserpark für Ordnung sorgen. Bei Capy Cabana strömen die Tiere in den Strömungskanal und würden am liebsten gleich noch eine zweite Runde drehen. Genau das gilt es zu verhindern.
Unter neun Blättern verstecken sich Tierplättchen. Gemeinsam müssen die Spieler im Gedächtnis behalten, welche Tiere bereits unterwegs waren und passende Paare aufdecken. Zu viele Fehler darf sich die Gruppe allerdings nicht erlauben. Auch wenn der Wasserkanal überläuft, ist die Partie verloren.
Capy Cabana von Marco Teubner ist damit ein kooperatives Gedächtnisspiel, bei dem niemand allein gewinnt oder verliert. Es richtet sich an ein bis fünf Kinder beziehungsweise Mitspieler ab fünf Jahren und dauert rund 15 bis 20 Minuten. Das Spiel gehört damit eindeutig in die Kinderspielecke, eignet sich durch das gemeinsame Spielen aber auch gut für Familien mit jüngeren Kindern.
Carcassonne Labyrinth
Was passiert, wenn zwei der bekanntesten Familienspiele miteinander verschmelzen? Carcassonne Labyrinth verbindet das Schieben aus dem verrückten Labyrinth mit dem Landschaftsbau aus Carcassonne.
Im eigenen Zug wird ein Landschaftsplättchen in das Labyrinth geschoben. Dadurch ändern sich Wege, neue Verbindungen entstehen und andere werden blockiert. Anschließend macht sich der eigene Meeple auf die Suche nach einem vorgegebenen Schatz. Wird dieser erreicht, wandert das entsprechende Plättchen in die eigene Carcassonne-Landschaft. Dort entstehen nach und nach Straßen und Städte, die wiederum Punkte bringen.
Damit beschränkt sich die Neuheit nicht darauf, das bekannte Labyrinth lediglich mit Carcassonne-Bildern auszustatten. Beide Spielprinzipien greifen ineinander. Entwickelt wurde das eigenständige Spiel von den beiden Originalautoren Max J. Kobbert und Klaus-Jürgen Wrede.
Carcassonne Labyrinth ist für ein bis vier Spieler ab acht Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten. Damit dürfte die Neuheit vor allem Familien ansprechen – und natürlich alle, die ohnehin eines oder beide Originalspiele mögen.
Horrified: Dungeons & Dragons Ravenloft
Deutlich düsterer wird es bei Horrified: Dungeons & Dragons Ravenloft. Nach dem ersten Horrified-Ausflug in die Welt des Rollenspielklassikers folgt nun ein eigenständiges neues Abenteuer mit anderem Schauplatz, neuen Heldenklassen und vier neuen Monstern.
Die Spieler treten gemeinsam gegen die Kreaturen an. Jeder übernimmt einen Helden mit einer von fünf D&D-Klassen und den dazugehörigen besonderen Fähigkeiten. In der Heldenphase werden unter anderem Gegenstände gesammelt, Dorfbewohner in Sicherheit gebracht und die Voraussetzungen geschaffen, um die Monster zu bezwingen. Anschließend sind die Gegner an der Reihe.
Dabei funktioniert nicht jedes Monster nach demselben Schema. Die Gruppe muss herausfinden, wie sich die einzelnen Gegner besiegen lassen, ihre Fähigkeiten sinnvoll kombinieren und gleichzeitig verhindern, dass der Schrecken in Ravenloft überhandnimmt. Ein spezieller W20 bringt zusätzlich ein Stück Dungeons-&-Dragons-Gefühl ins Spiel.
Horrified: Dungeons & Dragons Ravenloft ist für ein bis fünf Spieler ab zehn Jahren ausgelegt und dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Trotz der Altersempfehlung ist das weniger ein klassisches Kinderspiel als vielmehr ein kooperatives Familien- und Erwachsenenspiel für diejenigen, die etwas mehr Spiel auf dem Tisch haben möchten.
Minecraft Kakerlakak
Die Kakerlake hat diesmal frei. Bei Minecraft Kakerlakak übernimmt ein ausgebüxtes Schwein ihren Job und rast durch ein dreidimensionales Labyrinth aus Zäunen.
Wie beim bekannten Kakerlakak sorgt ein kleiner motorisierter BrushBug für reichlich Unberechenbarkeit. Der Würfel gibt vor, welches Zaunteil gedreht werden darf. Durch geschicktes Verstellen der Wege versuchen die Spieler, das Schwein in die eigene Falle zu lenken. Wer es fängt, bekommt einen Schweine-Chip. Fünf davon bringen den Sieg.
Das Minecraft-Thema verändert also vor allem Kulisse und Figuren, während das Grundprinzip des Aktionsspiels erhalten bleibt. Durch unterschiedliche Startstellungen der Zäune und den ohnehin nicht besonders berechenbaren kleinen Läufer nimmt das Schwein allerdings nicht immer den Weg, den man gerade so sorgfältig vorbereitet hat.
Minecraft Kakerlakak ist für zwei bis vier Kinder ab fünf Jahren gedacht, eine Partie dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Damit ist es neben Capy Cabana die zweite klare Kinderspiel-Neuheit im Ravensburger-Herbst.
Last Lemming
Bei Last Lemming ist ausgerechnet das Gewinnen von Stichen nicht unbedingt eine gute Nachricht. Die Lemminge bewegen sich nämlich unaufhaltsam auf eine Klippe zu – und wer zu weit nach vorne gerät, fällt herunter.
Marco Teubner teilt das Stichspiel in vier Akte. Dabei ändern sich die Bedingungen immer wieder. Mal sollen möglichst viele Stiche gewonnen werden, mal wäre es deutlich angenehmer, wenn jemand anderes die Karten einsammelt. Fremde Lemminge können zudem über die Klippe geschubst werden.
Gerade dieser Wechsel macht Last Lemming für unterschiedliche Spieler interessant. Die Grundregeln eines Stichspiels sind überschaubar, durch die wechselnden Vorgaben lässt sich aber nicht einfach vier Runden lang dieselbe Strategie verfolgen.
Gespielt wird mit drei bis sechs Personen ab zehn Jahren, etwa 40 Minuten sollte man einplanen. Last Lemming ist damit ein klassisches Familienspiel, dürfte durch den Stichspiel-Kniff aber ebenso erwachsene Kartenrunden ansprechen.
Minecraft: Digging Down
Noch einmal Minecraft, diesmal allerdings völlig anders: Minecraft: Digging Down ist ein kooperatives Kartenspiel, bei dem die Gruppe immer tiefer in eine Höhle vordringt.
Vor jedem weiteren Abschnitt steht die Entscheidung: Weitergraben oder lieber zur sicheren Basis zurückkehren? Wer weiterzieht, verbraucht Fackeln und deckt anschließend Höhlenkarten auf. Dahinter können nützliche Gegenstände und Erze warten, aber ebenso Lava, Abgründe oder Monster.
Schwerter und Spitzhacken helfen bei einigen Hindernissen, und die Gruppe kann sich aufteilen oder gemeinsam gegen größere Herausforderungen vorgehen. Das eigentliche Problem bleibt jedoch der begrenzte Fackelvorrat. Geht das Licht aus, bevor die jeweiligen Ziele erreicht sind, ist die Partie verloren.
Drei aufeinander aufbauende Level sollen für zunehmende Herausforderungen sorgen. Minecraft: Digging Down richtet sich an zwei bis vier Spieler ab neun Jahren und dauert rund 30 bis 45 Minuten. Trotz Minecraft-Lizenz ist es damit kein reines Kinderspiel, sondern ein kooperatives Familienspiel, bei dem Entscheidungen und gemeinsames Planen eine wichtige Rolle spielen.
Nobody is perfect – Music Edition
Wissen ist hilfreich. Überzeugend Unsinn erzählen kann bei Nobody is perfect – Music Edition allerdings mindestens genauso weit führen.
Das bekannte Bluffspiel widmet sich diesmal vollständig der Musik. Gefragt wird beispielsweise nach ungewöhnlichen Begriffen, kuriosen Geschichten aus der Musikwelt oder Zitaten. Wer die richtige Antwort nicht kennt, erfindet eben eine möglichst glaubwürdige. Anschließend versuchen alle herauszufinden, welche Erklärung stimmt – und welche gerade mit bemerkenswerter Überzeugungskraft aus dem Ärmel geschüttelt wurde.
Neu hinzu kommt eine kostenlose App, über die auch Songs in das Spiel eingebunden werden. Insgesamt stecken 360 Karten in der Schachtel.
Nobody is perfect – Music Edition stammt von Bertram Kaes und ist für drei bis sechs Spieler ab 14 Jahren gedacht. Mit rund 45 Minuten Spielzeit und dem Schwerpunkt auf Musik, Bluffen und kuriosen Geschichten richtet sich die Ausgabe deutlich eher an Jugendliche und Erwachsene als an die klassische Familienrunde mit jüngeren Kindern. Erscheinen soll sie im Oktober.
Wer stiehlt mir die Show? – Das Spiel
Buzzern gehört zur Fernsehsendung praktisch dazu – und nun steht der Buzzer auch auf dem Spieltisch. Die neue Ausgabe von Wer stiehlt mir die Show? – Das Spiel bringt mehrere Quiz-Kategorien aus der ProSieben-Show in einer kompakten Buzzer-Edition zusammen.
Runde für Runde treten die Spieler gegeneinander an und sammeln Münzen. Wer eine Kategorie gewinnt, übernimmt anschließend selbst die Moderation und darf es den anderen möglichst schwer machen. Nach sechs Runden steht der erste Finalist fest, bevor im Halbfinale und Finale schließlich entschieden wird, wer tatsächlich die Show stiehlt.
Die Buzzer-Edition kann eigenständig gespielt, aber auch mit dem bereits erschienenen Grundspiel kombiniert werden. Gedacht ist sie für drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren, eine komplette Partie dauert ungefähr 60 bis 90 Minuten.
Damit ist Wer stiehlt mir die Show? vor allem ein Spiel für Familien mit älteren Kindern sowie Quiz- und Partyspielrunden – und natürlich für Zuschauer der Sendung, die selbst einmal den Platz am Moderationspult übernehmen möchten.
Tap 4
Bei Tap 4 geht es vor allem darum, die eigenen Karten loszuwerden. Dafür muss grundsätzlich eine niedrigere Karte gespielt werden als zuvor. Allerdings liegen nicht sämtliche eigenen Karten offen – irgendwann muss also darauf vertraut werden, dass auch eine verdeckte Karte passt.
Ist sie zu hoch, wandert der gesamte Stapel auf die eigene Hand. Vier Karten mit demselben Wert räumen den Stapel dagegen vollständig ab. Dazu kommen zwei Spezialkarten: Mit „Tap In“ verschwindet der Stapel, „Tap Out“ lässt einen Spieler aussetzen.
Das Kartenspiel stammt von Dorene Mills und Marilyn Dick und ist für zwei bis sechs Spieler ab zehn Jahren gedacht. Eine Runde dauert rund 20 Minuten.
Vom Wasserpark bis nach Ravenloft
Eine eindeutige Zielgruppe haben die Ravensburger-Neuheiten im Herbst nicht – und gerade das macht die Auswahl interessant. Capy Cabana und Minecraft Kakerlakak richten sich klar an jüngere Kinder. Carcassonne Labyrinth, Minecraft: Digging Down und Last Lemming liegen mitten im Familiensegment und können problemlos auch mit älteren Spielern auf den Tisch kommen.
Für Party- und Erwachsenenrunden stehen Nobody is perfect – Music Edition und Wer stiehlt mir die Show? bereit. Horrified: Dungeons & Dragons Ravenloft setzt schließlich noch einmal einen anderen Schwerpunkt: Das kooperative Spiel bringt mehr Atmosphäre, Strategie und Spielzeit mit und dürfte vor allem diejenigen interessieren, denen ein kurzes Familienspiel nicht reicht.
Fotos: © Ravensburger








