SPIEL 2026: Von gemütlichen Spielewelten, Pinguinen und besonderen Begegnungen

Der Stand von Secret Museum (Schmidt Spiele) bei der Neuheitenschau

Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem man so schnell mit völlig fremden Menschen ins Gespräch kommt wie an einem Spieltisch. Manchmal reicht eine kurze Frage nach den Regeln, und schon sitzen vier Leute zusammen, die sich vorher noch nie begegnet sind.

Genau das macht für uns den besonderen Reiz der SPIEL Essen aus. Auch in diesem Jahr waren wir wieder unterwegs, haben gespielt, gestaunt, gelacht und so manche ungewöhnliche Neuheit entdeckt. Und natürlich sind wir nicht mit leeren Taschen nach Hause gefahren.

Die weltweit größte Publikumsmesse für Brettspiele hatte 2026 erneut einiges zu bieten. 230.000 Besucher strömten vom 22. bis 25. Oktober in die Essener Messehallen, wo knapp 1.000 Aussteller aus 53 Ländern rund 1.900 Neuheiten präsentierten. Erstmals wurde auch Halle 8 regulär als Ausstellungsfläche genutzt. Die Dimensionen sind beeindruckend. Doch gerade bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung lohnt es sich, abseits der großen Verlagsstände nach den kleinen Entdeckungen Ausschau zu halten.

 

Naturthemen und Cozy Games liegen im Trend

Wer sich in diesem Jahr durch die Neuheitenschau und die Messehallen bewegte, konnte zwei Entwicklungen kaum übersehen. Neben Spielen mit bekannten Marken und Figuren aus Film, Fernsehen und Computerspielen waren Naturthemen und sogenannte Cozy Games besonders präsent.

Der Begriff beschreibt Spiele, bei denen eine gemütliche Atmosphäre, eine ansprechende Gestaltung und häufig auch ein eher entspanntes Spielerlebnis im Mittelpunkt stehen. Statt riesiger Schlachten oder düsterer Fantasiewelten geht es beispielsweise um Landschaften, Tiere, Pflanzen oder das Gestalten einer kleinen, möglichst harmonischen Welt. Wobei gemütlich keineswegs anspruchslos bedeutet. Auch hinter niedlichen Illustrationen können sich knifflige Entscheidungen verbergen.

Beispiele dafür sind die neuen Erweiterungen und Ableger bekannter Spiele wie „Cascadia – Bergseen“, „Mischwald – Smoky Mountains“ oder „Dorfromantik – Südsee“. Sie greifen Themen auf, die sich bereits bewährt haben, und entwickeln sie weiter. Auch „Artengarten“ von Feuerland Spiele passt in diese Richtung. Das Spiel rund um die Gestaltung eines Zoos und seiner Artenschutzprojekte wurde mit dem Deutschen Spiele Preis 2026 ausgezeichnet. Weitere Cozy Games sind Fadenfroh, Mutter Natur oder Positano.

Uns gefällt diese Entwicklung. Gerade in der kühleren Jahreszeit, wenn die Abende länger werden, haben Spiele mit Naturmotiven und einer schönen, ruhigen Gestaltung einen besonderen Reiz. Sie passen wunderbar zu einem gemütlichen Spieleabend mit der Familie oder Freunden. Einige dieser Neuheiten werden deshalb sicherlich auch Anfang November in unseren Empfehlungen für Spieleabende am Kamin wieder auftauchen.

Holzspiele mit Köpfchen: Ein Besuch bei Gerhards Spiel & Design

Einer unserer ersten Anlaufpunkte war auch in diesem Jahr wieder Gerhards Spiel & Design. Der Verlag aus dem Westerwald gehört längst zu unseren festen Messestationen. Die Spiele aus Holz sind nicht nur schön anzusehen, sondern machen auch haptisch Spaß.

Mit „Cha-Cha-Cha“ wartete ein kleines Solospiel darauf, ausprobiert zu werden. Dabei wird mit Bewegungen gearbeitet, die an den Springer beim Schach erinnern. Die Spielsteine dürfen sich nur mit dem Rösselsprung fortbewegen. Was zunächst überschaubar aussieht, erfordert einiges an Überlegung. Genau solche Knobelaufgaben mögen wir.

Auch „Rivolto“ konnte uns überzeugen. Das Zweipersonenspiel haben wir gleich vor Ort ausprobiert. Die Partie ging zwar knapp verloren, doch das tat dem Spielspaß keinen Abbruch. Im Gegenteil: „Rivolto“ hat sich bereits einen Platz unter unseren persönlichen Messefavoriten gesichert.

Dass gerade die kleinen, durchdacht gestalteten Spiele einen besonderen Reiz haben, sollte sich im Lauf des Tages noch mehrfach bestätigen.

Gemeinsam spielen – auch ohne gemeinsame Sprache

Besonders Augenmerk sollte man auf der SPIEL auf die vielen kleinen internationalen Verlage legen. Dabei lässt sich so mancher Schatz entdecken. Nicht jedes der Spiele ist später regulär in Deutschland erhältlich. Und manchmal stellt schon die Verständigung am Messestand eine kleine Herausforderung dar.

Bei GateOnGames aus Italien beispielsweise entdeckten wir weitere Titel aus der niedlich illustrierten Fluffy-Reihe, für deren deutsche Veröffentlichungen Game Factory verantwortlich zeichnet. Neben „Bivì“, „Toby“ und „Molly“ fiel uns zudem ein Spiel mit Quietscheenten, Papierbooten und kleinen Badewannen besonders ins Auge.

„Duck, Soap & Paper Boat“ ist schon allein wegen seines Materials bemerkenswert. Kleine Plastikentchen, winzige Boote und Seifenstücke sorgen für eine ungewöhnliche Tischlandschaft. Dass die Erklärung am Stand überwiegend auf Italienisch erfolgte und Englisch nur eingeschränkt weiterhalf, machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Mit einer Mischung aus Italienisch, Deutsch, Englisch und ein wenig Improvisation klappte es aber trotzdem.

Ein Hinweis ist allerdings wichtig: Das Spiel ist nicht vollständig sprachneutral. Die Karten enthalten Texte, weshalb man vor dem Kauf prüfen sollte, welche Sprachversion vorliegt. Gespielt wurde am Stand mit der italienischen Ausgabe, die internationale Variante enthält Karten mit englischen Begriffen.

Nicht weniger freundlich wurden wir bei Taiwan Boardgame Design empfangen. Der Stand gehörte für uns zu den besonders gelungenen Präsentationen. Die kleinen Spiele waren in deutlich vergrößerten Ausführungen aufgebaut, sodass man sie auch aus einiger Entfernung gut erkennen und ausprobieren konnte.

Unter anderem entdeckten wir dort „Jungle“, „Garden“, „Isle of Bears“ und das Pinguin-Spiel „Ice“. Und weil wir bei Pinguinen bekanntlich nur schwer widerstehen können, blieb es nicht beim Anschauen.

Neben den Spielen ergab sich auch ein nettes Gespräch mit den Spieledesignern. Gerade solche persönlichen Begegnungen sind für uns mindestens ebenso wichtig wie die Spiele selbst.

Melodies auf der Convention Bühne

Vier Fremde und eine spontane Spielrunde

Weitere schöne Erfahrungen durften wir bei Oink Games aus Japan sammeln. Eigentlich wollten wir uns nur „Expedition im Eis“ erklären lassen. Doch plötzlich fanden sich drei weitere Interessierte, und aus der kurzen Regelfrage wurde eine komplette Spielrunde.

Alle hatten Spaß, das Spiel war interessant, und ganz nebenbei lernte man wieder einmal nette Menschen kennen. Mehr braucht es manchmal wirklich nicht.

Überhaupt sind die winzigen Schachteln von Oink Games auf einer Messe besonders verführerisch. Sie passen problemlos in jede Tasche und enthalten trotzdem erstaunlich unterschiedliche Spielideen. Dazu kommt, dass einige Titel in Deutschland nur eingeschränkt erhältlich oder im Onlinehandel deutlich teurer als auf der Messe sind.

Auch bei Jolly Dutch wurden wir fündig. Der niederländische Verlag hatte mehrere kleine Kartenspiele im Angebot, darunter das weihnachtliche „Jolly Christmas“ und weitere Titel mit niedlichen Tiermotiven, darunter „Donkey Valley“ und „If it fits“ (Thema: Katzen und Kartons – wer kann da Nein sagen?). Praktisch: Deutsche Spielregeln lassen sich bei Bedarf über einen QR-Code herunterladen.

Von Sanduhren und einem berühmten Filmzitat

Ein besonders unterhaltsamer Besuch führte uns zu Zoch. Dort spielten wir gemeinsam mit drei jüngeren Messebesuchern „Nein! Doch! Oh!“.

Der Titel sorgte sofort für Heiterkeit. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass unsere Mitspieler den berühmten Wortwechsel aus den Filmen mit Louis de Funès überhaupt nicht kannten. Für sie war es nur ein lustiger Spieletitel. Dass dahinter eine Filmanspielung steckt, war ihnen völlig neu.

Walter Scholz von Zoch hatte uns bereits auf der Neuheitenschau erzählt, dass bei der Namensfindung tatsächlich die Erinnerung an diesen bekannten Ausspruch eine Rolle gespielt habe. Offenbar funktioniert der Witz vor allem bei denen, die mit den Filmen aufgewachsen sind.

Das Spiel selbst kam bei unserer Runde jedenfalls gut an. Im Mittelpunkt steht das Einschätzen von Zeit mithilfe von Sanduhren. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt, denn die Sanduhren sind mit Bechern verdeckt. Wer ein gutes Zeitgefühl hat, dürfte im Vorteil sein. Wir mussten jedenfalls feststellen, dass wir darin nicht besonders begabt sind. Spaß gemacht hat es trotzdem – und zwar reichlich.

Ebenfalls bei Zoch fiel uns „Funkel Munkel“ auf. Das Kinderspiel überzeugt durch seine liebevolle Gestaltung und eine reizvolle Spielidee. Solche Titel zeigen, dass Kinderspiele keineswegs nur für die jüngsten Messebesucher interessant sein müssen.

Funkel Munkel Zoch

Ein verrückter Professor bei Game Factory

Bei Game Factory blieben wir am Spieltisch von „Professor Boom“ stehen. Eine Familie war gerade mitten in einer Partie und lud uns freundlicherweise ein, mitzuspielen. Diesmal wollten wir aber lieber zuschauen.

Das war schon interessant genug, zumal die Familie bereitwillig erklärte, was gerade passierte. Besonders die Kinder hatten Spaß am Spiel. Nach unserer Einschätzung „auf Sicht“ bietet es viele unterschiedliche Aktionen und Möglichkeiten, wobei auch das Würfelglück eine Rolle spielt. Ein Spiel also, das Abwechslung verspricht, bei dem aber nicht jede Entscheidung vollständig planbar ist.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte später Spieleautor Reiner Knizia, der als verrückter Professor verkleidet am Stand erschien. Mit grauer Wuschelmähne und passendem Outfit signierte er Spiele und stand für Erinnerungsfotos zur Verfügung. Dass man auch nach so vielen Jahren als Spieleautor noch Spaß an solchen Auftritten haben kann, war nicht zu übersehen.

Reiner Knizia Professor Boom

Schneckenpost und kleine Erfolgserlebnisse

Auch Denkriesen durfte bei unserem Rundgang nicht fehlen. Dort kamen wir mit einer Mutter und ihrem Sohn ins Gespräch, die gerade „Schneckenpost“ ausprobierten. Wir durften uns anschließen.

Das Spiel ist ausgesprochen niedlich gestaltet und verbindet ein Merkspiel mit einem besonderen Materialelement: Stempeln. Man muss sich merken, wo sich die gesuchten Stempel befinden, und kann seine Ergebnisse anschließend auf den vorgesehenen Bögen festhalten. Wenn denn der gewünschte Stempel nicht durch die Schnecke blockiert wird.

Gerade für Kinder ist das eine schöne Idee. Das Stempeln macht den Spielablauf unmittelbar erlebbar und sorgt dafür, dass es nicht beim bloßen Aufdecken und Merken bleibt.

Eine praktische Frage ist allerdings noch offen: Lassen sich die Stempelbögen nachkaufen oder vom Hersteller herunterladen? Das wäre wünschenswert, denn bei häufigem Spielen könnten die 50 beiliegenden Bögen recht schnell aufgebraucht sein. Aktuell sind im Online-Shop noch keine Nachkauf-Bögen erhältlich (im Zweifelsfall hilft dann Scannen und immer wieder neu ausdrucken…) Am positiven Eindruck des Spiels ändert das nichts. Gerade die Verbindung aus Gedächtnisaufgabe und Stempelspaß hat uns gut gefallen.

Ebenfalls bei Denkriesen hat uns „Drachenpups und Tollkirschkern“ angesprochen. Die Kombination aus Zaubertränken, viel Holzmaterial und einer liebevollen Gestaltung macht den Titel zu einem besonders reizvollen Kandidaten unter den neuen Kinderspielen. Das Spiel ist in Kooperation mit Skellig Games erschienen.

Knobeln für Einzelspieler: SmartGames unterschätzt man besser nicht

Bei SmartGames wollten wir uns die Neuheit „Express-Zustellung“ näher ansehen. Das Solospiel mit seinen kleinen Lastwagen sieht auf den ersten Blick ausgesprochen niedlich aus. Fast könnte man meinen, ein einfaches Kinderspiel vor sich zu haben. Doch der Eindruck täuscht gründlich.

Voller Zuversicht wählten wir gleich eine Aufgabe aus dem fortgeschrittenen Bereich. Schließlich haben wir schon einige Erfahrung mit Logikspielen von SmartGames. Rund eine halbe Stunde später saßen wir allerdings immer noch davor.

Gerade das macht für uns den Reiz guter Solospiele aus. Man knobelt, probiert, verwirft eine Idee und versucht es erneut. Und irgendwann packt einen der Ehrgeiz so richtig. Aufgeben? Kommt nicht infrage. SmartGames zeigt damit einmal mehr, dass eine niedliche Aufmachung und ein hoher Knobelanspruch kein Widerspruch sein müssen.

Heavy Metal in der Galeria

Musikalisch wurde es bei Jumbo, wo wir „Hitster Wacken“ ausprobierten. Die neue Ausgabe des beliebten Musikspiels widmet sich dem Heavy Metal und bietet einen deutlich spezielleren musikalischen Schwerpunkt als die bisherigen Editionen.

Das bekannte Spielprinzip bleibt erhalten, doch die Titelauswahl richtet sich an ein Publikum, das sich wirklich mit Metal beschäftigt. Wer nur gelegentlich einmal einen bekannten Rocksong hört, dürfte bei der Wacken Edition schnell an seine Grenzen stoßen.

Für echte Metal-Fans ist die Ausgabe dagegen ausgesprochen reizvoll. Wir hatten bei unserer Partie jedenfalls viel Spaß. Und die musikalische Mischung bot reichlich Gelegenheit zum Fachsimpeln.

Hitster Wacken

Wenn eine Autorin plötzlich hinter einem steht

Eine besonders schöne Begegnung erlebten wir bei TOPP beziehungsweise frechverlag. Bereits in der Neuheitenschau hatten wir „Geschickt Gefädelt“ entdeckt und waren von der Idee begeistert. Auf der Messe sollte das Spiel deshalb unbedingt mitgenommen werden.

Als wir am Stand danach fragten, erfuhren wir, dass die Autorin direkt hinter uns stand. Eine schöne Gelegenheit, ihr persönlich zu erzählen, wie gut uns das Spiel bereits bei der ersten Begegnung gefallen hatte und dass es durchaus Chancen auf einen Platz unter unseren Messefavoriten besitzt. Die Freude darüber war groß.

Das war eine dieser kleinen, ungeplanten Begegnungen, die eine Messe so besonders machen. Denn hinter jedem Spiel stehen Menschen, die viel Arbeit, Zeit und Ideen in die Entwicklung gesteckt haben. Zu erleben, wie sehr sich jemand über ehrliches Interesse an seiner Arbeit freut, ist einfach schön.

Kleine Stände und liebgewonnene Traditionen

Die SPIEL Essen lebt nicht nur von ihren großen Verlagsständen. Auch an den Rändern der Hallen gibt es einiges zu entdecken, das mit Brettspielen manchmal nur am Rande zu tun hat. Da liegen Plätzchenausstecher neben handgefertigtem Schmuck, Magnete mit dem kleinen Maulwurf erinnern an die eigene Kindheit, und an anderer Stelle warten liebevoll gestaltete Keramikwaren auf neue Besitzer.

Gerade diese Mischung macht für uns einen Teil des besonderen Messecharakters aus. Denn zwischen all den Spieleneuheiten darf es ruhig auch einmal eine kleine Entdeckung abseits des Spieltisches sein.

Ein fester Anlaufpunkt war für uns über viele Jahre Farbton-Keramik. Die farbenfrohen Schalen, Becher und Tassen mit ihren Meeple- und Pöppelmotiven gehören für uns einfach zur SPIEL. Umso bedauerlicher, dass der Stand in diesem Jahr zum letzten Mal vertreten war. Der Inhaber verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand.

Ganz ohne ein kleines Andenken wollten wir ihn nicht ziehen lassen. Eine Schale und eine Zuckerdose haben deshalb noch den Weg in unsere Einkaufstasche gefunden. Die bunten Keramikwaren werden wir auf der nächsten SPIEL jedenfalls vermissen.

Bei biwo spiele gab es in diesem Jahr dagegen vor allem ein kurzes Wiedersehen. Der Stand war gut besucht, und eine neue Veröffentlichung, die wir uns hätten ausführlich erklären lassen können, gab es diesmal nicht. Für ein herzliches Hallo bei den beiden Verlagsinhabern reichte die Zeit trotzdem. Solche festen Anlaufstellen gehören für uns einfach zur SPIEL.

Viel zu entdecken – aber nicht immer leicht zu finden

Bei aller Begeisterung gab es auch in diesem Jahr Punkte, die uns weniger gefallen haben. Allen voran die Orientierung in den Hallen.

Die Standnummerierung ist stellenweise alles andere als nachvollziehbar. Dass die Nummern wegen unterschiedlich großer Standflächen nicht gleichmäßig aufeinanderfolgen, ist verständlich. Schwieriger wird es, wenn Gänge versetzt angeordnet sind, einzelne Buchstaben scheinbar verschwinden und man trotz richtiger Halle den gesuchten Stand kaum findet.

Auch die Warteschlangen sorgten immer wieder für Schwierigkeiten. Gerade an beliebten Spieltischen und großen Verlagsständen reichten sie teilweise weit in die Laufwege hinein. In der Galeria war es zeitweise so voll, dass der Wechsel zwischen den Hallen mühsam wurde. Dazu kamen große Rollkoffer und sperrige Bollerwagen, die den ohnehin knappen Raum zusätzlich beanspruchten.

Etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Besucherführung und eine deutlichere Ausschilderung könnten hier viel bewirken. Das gilt nicht zuletzt für die Toiletten. Zwar lassen sie sich im digitalen Hallenplan anzeigen, allerdings muss man dafür zunächst einen kleinen Pfeil oben rechts entdecken. Erst dann öffnet sich ein Menü, über das unter anderem Toiletten und barrierefreie Toiletten eingeblendet werden können. Eine durchaus hilfreiche Funktion – wenn man sie denn findet. Wir haben sie erst durch Zufall entdeckt. Nach der Messe…

Erfreulicherweise ging es nicht überall so gedrängt zu. Gerade in den Bereichen mit Herstellern von Spielzubehör und Verpackungslösungen waren die Gänge teilweise angenehm leer. Dort ließ sich die Messe von einer deutlich ruhigeren Seite erleben.

Das Besondere sind die Menschen

Am Ende bleiben von einer SPIEL Essen weit mehr Erinnerungen als die vielen Neuheiten und die vollen Taschen.

Da ist die spontane Spielrunde mit Fremden, aus der innerhalb weniger Minuten eine gesellige Runde wird. Die Familie, die bereitwillig ihre Spielerfahrungen schildert. Eine Autorin, die sich ehrlich über das Interesse an ihrem Spiel freut. Oder ein Mitarbeiter bei HABA, die ganz selbstverständlich hilft, mehrere sperrige Einkäufe besser zu verstauen – und dabei noch kleine Überraschungen in die Tasche legt.

Auch die vielen Verkleidungen, fantasievollen Standgestaltungen und ungewöhnlichen Begegnungen gehören dazu. Mal begegnet man einem riesigen Maskottchen, mal einem verrückten Professor, mal Spielern, die sich trotz Sprachbarrieren verständigen und gemeinsam Spaß haben.

Für uns sind es gerade diese Momente, die den Unterschied ausmachen. Presseinformationen und Neuheitenlisten kann man sich nach Hause schicken lassen. Das Erlebnis am Spieltisch, das persönliche Gespräch und die Freude an einer gemeinsamen Entdeckung lassen sich dagegen nicht ersetzen.

Die SPIEL Essen 2026 war groß, laut und stellenweise anstrengend. Aber sie war auch voller kleiner Überraschungen, herzlicher Begegnungen und bemerkenswerter Spiele.

Und natürlich steht schon fest: Auch im nächsten Jahr wollen wir wieder dabei sein. Schließlich gibt es immer noch etwas zu entdecken.

Eine Bildergalerie von Neuheitenschau und Messe gibt es hier.

Hier stellt Mr. Meeple seine ganz persönlichen Messefavoriten vor.

Fotos: © Redaktion Spieledorf

 

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